Tacuba
From Mexiko-Lexikon
Tacuba, das einstige aztekische Tlacopán, ist ein Stadtteil von Mexiko-Stadt an der Straße nach Naucalpan/Querétaro. Verwaltungstechnisch ist es Teil der "Delegación" Miguel Hidalgo.
Tlacopán war eine der drei Städte, die das Azteken-Imperium auf der Basis einer Allianz trugen (neben Texcoco und Tenochtitlan). Ursrpünglich Teil des Tepaneken-Reiches der Nachbargemeinde Azcapotzalco, errang Tlacopán 1428 seine Unabhängigkeit und blieb zeitlebens den Azteken loyal. Die Stadt lag an den Ufern des einstigen Texcoco-Sees und war mit der Azteken-Metropole durch einen Damm verbunden, dessen Verlauf noch heute die Schnellstraße Avenida de Tacuba folgt. Den Spaniern blieb der Ort zeitlebens in Erinnerung, weil er der erste Halt der 1520 aus Tenochtitlán fliehenden Konquistadoren war. Hier soll Hernán Cortés den Verlust seiner Männer unter einem Ahuehuete-Baum beweint haben, dieser trägt seitdem den Beinamen "Arbol de la Noche triste" (Baum der Traurigen Nacht). Neben Tacuba-Tlacopán erhebt die Stadt Naucalpan den Anspruch, diesen Baum zu besitzen.
Die Loyalität zu den Azteken bezahlte der Ort mit seiner vollständigen Zerstörung im Rahmen der Belagerung Tenochtitláns 1521. Nach der spanischen Eroberung entwickelte sich der Ortsname zu Tacuba. Die Gemeinde blieb Sitz ausgedehnter Ländereien westlich von Mexiko-Stadt, zu ihrer Jurisdiktion gehörten auch mehrere Orte im heutigen Bundesstaat México.
Tacuba blieb bis Ende des Jahrhunderts ein kleines, aber selbstständiges Dorf mit etwa 10.000 Einwohnern, ehe es im Zuge der Ausdehnung der Hauptstadt von dieser vereinnahmt wurde. Heutzutage ist der Stadtteil durch Industrieanlagen und Schnellstraßen vollständig zergliedert. In seinen Grenzen beherbergt es mehrere Schulkomplexe: Colegio Militär (Militärschule), Escuela Nacional de Maestros (Lehrerkollegium), Instituto Politécnico Nacional (Berufshochschule).
Sehenswürdigkeiten:
- Arbol de la Noche Triste
Der Ahuehuete, unter dem Cortés sein Leid über die Vertreibung aus Tenochtitlán vorgetragen haben soll. Der Baum, sofern er der richtige ist, hat die Zeit seit der Konquista überstanden, wurde allerdings in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts mutwillig angezündet und ist seitdem nur noch mit seinem gewaltigen Stumpf (durch einen Zaun gesichert) sichtbar. Standort an der Avenida de Tacuba, etwa 100 Meter östlich der Metrostation Cuitlahuac entfernt.
- Convento-Iglesia de Tacuba
Direkt an der heutigen Metrostation Tacuba und einer Schnellstraßenkreuzung gelegen, kommt der wuchtige Festungsbau der Franziskaner noch immer zur Geltung. Erbaut um 1533, gilt die Kirche als eine der ältesten in Mexiko.
- Panteon francés
Am Westrand von Tacuba liegen ausgedehnte Friedhöfe, unter ihnen der französische, englische und spanische Friedhof. Metrostation Panteones

