Pancho Villa

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Banden- und Revolutionsführer, geb. 5.6.1877 (oder 1878) in San Juan del Río, Durango . Gest.20.7.1923 Parral, Chihuahua.

Pancho Villa ist eine der schillerndsten Figuren der mexikanischen Geschichte. Aufgestiegen in der Zeit der Mexikanischen Revolution 1910-1920, sollte er ihr Ergebnis nicht überleben.

Der spätere Revolutionsheld wurde als Doroteo Arango geboren. Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Doroteo flüchtete 1894 in die Illegalität, als er einen Besitzer der Hacienda López Negrete, der seine Schwester belästigte, verletzte. In den Bergen Nordmexikos schloss er sich kriminellen Banden ein, nach dem Tod eines Bandenführers übernahm er dessen Namen Francisco ("Pancho") Villa.

1910 schloss sich seine Gruppe dem Aufruf von Francisco Madero zum Aufstand gegen den Diktator Porfirio Díaz an. Er operierte im unwegsamen Norden des Landes und war am Sturz der Diktatur beteiligt. 1912, in allmählicher Distanz zu Madero, wurde er verhaftet, konnte aber aus dem Gefängnis in Mexiko-Stadt wieder fliehen und verbarg sich in den USA in Texas.

Nach dem Putsch von General Huerta und der Ermordung von Madero bildete Pancho Villa 1913 eine eigene Reiterarmee aus Bauern, Arbeitern und Banditen. Die sogenannte "División del Norte" unterwarf recht bald die gesamte Nordregion von Chihuahua ausgehend, Villa wurde seiner "Robin Hood"-Verteilungspraxis und -Auftretens zum Volksheld. Seine Einheiten trugen entscheidend zum Sieg der Rebellen gegen Huerta bei, doch überwarf sich Villa zusammen mit Emiliano Zapata mit den siegreichen Revolutionsführern Álvaro Obregón und Venustiano Carranza. Im Dezember 1914 gingen Villa und Zapata eine Allianz ein, wobei Villa den Plan der Südrebellen zu einer großangelegten Agrarreform akzeptierte. Die Alliierten besetzten zeitweilig Mexiko-Stadt, erlitten aber anschließend bei Celaya, León und Trinidad kontinuierliche Niederlagen. Ein Jahr später war die "División del Norte" zerschlagen, Villa hielt aber eine Guerillataktik im Norden Mexikos auf.

Sein Versuch, die USA für deren Unterstützung der Carranza-Regierung zu strafen, den Konflikt damit zu "internationalisieren" und auf diese Seite einen Frieden mit der Regierung im Sinne der nationalen Einigung zu suchen, führte am 9.März 1916 zum Überfall auf die US-Grenzstadt Columbus, bei der die Stadt eingeäschert wurde. Ein US-Expeditionskorps ("Pershing"-Expedition) konnte den Rebell aber nicht gefangen nehmen, führte aber zu schweren Spannungen mit der mexikanischen Regierung, die sich in ihren Hoheitsrechten verletzt sah.

Ende 1916 legte Villa die Waffen nieder und zog sich auf ein ihm zur Verfügung gestelltes Landgut bei Chihuahua-Stadt zurück. 1923 fiel er einem Attentat der Regierung zum Opfer, die seine offene Unterstützung für den Oppositionskandidaten Adolfo de la Huerta bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen als gefährlich betrachtete. Seine Witwe hatte fortan ihren Wohnsitz in der Stadt Chihuahua, wo heute ein Museum des Revolutionsführers eingerichtet ist.

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