Ciudad de México

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 Bild:D mex map.gif
Mexiko-Stadt
Hauptstadt von Mexiko
Gehört zum Bundesstaat Distrito Federal
LageMittleres Mexiko
Gegründetaztekische Stadtgründung 1325, spanische Neugründung 1522
Einwohnerzahl 8,5 Millionen (Ballungsraum insg. ca. 25 Millionen)
Klima
Besonderheit 1987 wurde das historische Zentrum Mexiko-Stadt
zusammen mit Xochimilco
zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Siehe auch: Erfahrungsbericht Mexiko-Stadt

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Mexiko-Stadt ist als Hauptstadt Mexikos das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes. Mit schätzungsweise 25 Millionen Einwohnern ist sie eine der größten Metropolen der Welt, jeder fünfte Mexikaner lebt hier. Historisch ist sie die am längsten besiedelte Stadt in der westlichen Hemisphäre, sofern man die frühere Aztekenhauptstadt Tenochtitlan mitberücksichtigt. Die Stadt leidet heute unter Überbevölkerung, massiver Luftverschmutzung, Wasserknappheit und instabilem Baugrund. Ein Erdbeben forderte 1985 über 20.000 Menschenleben. Der unkontrollierte Zuzug hat weite Flächen des Bundesdistrikts mit illegalen, später nach und nach legalisierten Vorortansiedlungen versiegelt, in denen die Infrastruktur nur unzureichend vorhanden ist. Hinzu kommen sozialen Spannungen, die insbesondere seit der Wirtschaftskrise der achtziger Jahre im Verbund mit einer wachsenden Kriminalität und Korruption erheblich zugenommen haben. Ganze Viertel sind verarmt und faktisch der Kontrolle der Staatsgewalt entglitten. Bürgerliche Neubauviertel der Besserverdienenden nehmen mitunter den Charakter von Festungen an.

Inhaltsverzeichnis

Mexiko-Stadt und der Bundesdistrikt

Ayuntamiento: Sitz der Bundesdistriktsregierung und damit des Bürgermeisters
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Ayuntamiento: Sitz der Bundesdistriktsregierung und damit des Bürgermeisters

Mexiko-Stadt, welches mit dem Bundesdistrikt mittlerweile deckungsgleich ist, liegt auf etwa 2.000 m Höhe, der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 3.937 m (Berg Ajusco). Das sogenannte Tal von Mexiko ist eine Hochebene im Zentrum des Landes. Ein früheres Seensystem (Texcoco-See) ist mittlerweile fast vollständig verschwunden. Das Hochplateau wird regelmäßig von Erdbeben erschüttert, in der Nähe liegen aktive Vulkane. Die Stadt galt noch in den zwanziger Jahren ihrer Höhe wegen als Luftkurort, heute trägt sie seitens der Stadtregierung den Zusatz "Stadt der Hoffnung".

Rein verwaltungstechnisch betrachtet ist Mexiko-Stadt mit dem Bundesdistrikt ("Distrito Federal") gleichzusetzen, welches wiederum in sechzehn ("Delegaciones") unterteilt ist. Die Delegaciones integrieren die historischen Gemeindezentren, das historische Mexiko-Stadt umfasste vier Delegaciones. Regierungschef des Bundesdistrikts und damit von Mexiko-Stadt war von Juli 2005 bis Dezember 2006 Alejandro Encinas Rodriguez (PRD). Sein Nachfolger wurde am 5.Dezember 2006 Marcelo Ebrard Casaubon von der Partei der Demokratischen Revolution (PRD).

Der Begriff "Mexiko-Stadt" wird offiziell nur umgangssprachlich benutzt und umschließt neben dem historischen Stadtgebiet das gesamte Territorium des Bundesdistrikts ("Distrito Federal") sowie den damit zusammenhängenden Ballungsraum im Bundesstaat Mexiko ("Estado de México") mit ein. 1970 wurde die noch existierende Bezeichnung "Municipalidad de la Ciudad de México" aufgehoben. Mexiko-Stadt wird daher auch als México DF oder nur DF (ausgesprochen: "De Effe") bezeichnet. Die Einwohner werden "Capitalinos" oder "Defeño"s genannt. Negativ besetzt ist die Bezeichnung "Chilangos".

Ballungsraum

Auch als "Zona Metropolitana de la Ciudad de México" (ZMCM) bezeichnet. Nach 1950 dehnte sich die Urbanisierungsfläche über die Grenze des Bundesdistrikts in den Estado de México aus, der den Distrito Federal zu 3/4 im Osten, Norden und Westen umschließt. Die dortigen Grenzgemeinden erlebten seit 1950 ebenfalls beträchtliche Zuwachsraten und sind mittlerweile flächenmäßig mit dem DF verschmolzen, haben aber ihre administrative und politische Unabhängigkeit erhalten können. Die Grenzen zwischen DF und Estado gehen mittlerweile nahtlos ineinander über. Verschiedene Kooperationsausschüsse von DF und Estado ("Consejos metropolitanos") versuchen dem Rechnung zu tragen, können aber Reibungsverluste durch unterschiedliche Verwaltungskompetenzen und -vorgaben nicht verhindern. So gibt es, je nachdem ob man im Distrito Federal oder im Estado seinen Wohnsitz hat, unterschiedliche Autokennzeichen und Polizeikörper. 1998 wurde eine oberste "Comisión Ejecutiva de la Coordinación Metropolitana" eingerichtet, die bis 2000 rund 30 Beschlüsse zur Entwicklung des Ballungsraumes fasste, danach jedoch inaktiv blieb. Im Oktober 2005 wurde die Kommission jedoch reinstalliert.

Geschichte

Kathedrale von Mexiko-Stadt
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Kathedrale von Mexiko-Stadt
1325 gründete die Volksgruppe der Méxica (oder Azteken) auf einigen Inseln des Texcoco-Sees eine eigene Stadt, Tenochtitlan. Die Invasion der Spanier 1521 hatte die völlige Zerstörung der Stadt zur Folge. Auf den Trümmern entstand ab 1522 das neue "Mexiko-Stadt" mit vier Barrios (Altvierteln), Tempel und Paläste wurden geschleift. Die Zerstörung der Dämme während der Belagerung hatte regelmäßige Überschwemmungen der Stadt zur Folge, Austrocknungspläne wurden daher immer wieder aufgegriffen, wenngleich nur langsam umgesetzt. Gleichwohl war um 1800 der gesamte westliche Bereich des Sees ausgetrocknet und mit Agrarflächen und Neuansiedlungen überzogen. Die neue Stadt wurde Verwaltungszentrum des nach 1525 geschaffenen Vizekönigreichs Neu-Spanien mit zahlreichen Palästen und prachtvoll ausgeschmückten Kirchen. Der Warentransport erfolgte noch vielfach auf Wasserkanälen, die die Stadt mit den Resten des einstigen Seensystems verbanden. Weit ausgedehnte Landsitze lagen westlich der Hauptstadt in Vororten wie Tacuba und Tacubaya. In Mitleidenschaft gezogen wurde die Stadt aber nicht nur durch Überschwemmungen und Erdbeben: 1847-48 besetzten amerikanische Invasionstruppen die Hauptstadt nach einer Reihe von Gefechten im Süden des heutigen Bundesdistrikts. Zwischen 1863 und 1867 nahmen französische Besatzungsarmeen ihren Platz in Mexiko-Stadt ein. Im Bürgerkrieg 1910-1920 wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer.
Mural von Diego Rivera im Nationalpalast
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Mural von Diego Rivera im Nationalpalast

Eine größere Ausdehnung erfuhr die Stadt unter dem "Porfiriato" nach 1877. Um 1900 entstanden bürgerliche "Colonias" privater Investoren westlich des Altstadtzentrums, prächtige und breite Boulevards mit Gründerzeitvillen und breiten Parkanlagen (Viertel Condesa, Roma, Juarez, Escandón, Santa Maria la Ribera). Die Bautätigkeit wurde durch die Revolutionswirren unterbrochen. Eine 40 km lange Nord-Süd-Verbindung (Insurgentes) erschloss das Gebiet nach 1930 im Südwesten des Bundesdistrikts, die dortigen Gemeinden wie San Ángel, Tacubaya und Mixcoac wurden durch Neubaugebiete wie der Colonia del Valle verbunden. Kulturell erfuhr die Stadt einen Aufschwung, die Wandgemälde der Muralistas begannen öffentliche Bauten zu zieren. In den fünfziger Jahren entstanden das Universitätsviertel ("Ciudad Universitaria" der UNAM) und die Fachschule IPN ("Instituto Politécnico Nacional"). Das Museo Nacional de Antropología konzentrierte die vorhispanischen Relikte auf einen Platz. Die Hauptstadt war 1968 Austragungsort der Olympischen Spiele.

Recinto de Benito Juarez im Zentrum
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Recinto de Benito Juarez im Zentrum

Einher ging damit spätestens nach 1950 eine erhebliche Bevölkerungszunahme zusammen mit einer wachsenden Zahl von Industrieansiedlungen. Im Norden entstanden gewaltige Arbeiterviertel (Nonoalco-Tlaltelolco) und Industrieparks (Vallejo). Der Osten erfuhr nach 1960 eine massive Urbanisierung auf dem größtenteils instabilen Grund des einstigen Texcoco-Sees. Im Süden schließlich wurden die alten Kolonialstädte von Coyoacán, Tlalpan und Xochimilco durch die Urbanisierungswelle mit neuen Vororten umschlossen. Außerhalb der Stadtgrenzen entstanden im Ballungsraum neue Siedlungen wie Cd. Nezahualcóyotl und Ciudad Satélite. Neue Verkehrswege waren bei dieser raschen Ausdehnung unausweichlich. Bereits in den fünfziger Jahren war der Periférico, eine Ringautobahn, in Betrieb. Noch vorhandene Wasserläufe wurden in unterirdische Röhren gezwungen, die Flussbetten in Schnellstraßen (Circuito Interior, Viaducto) umgewandelt. Ein U-Bahn-Netz fraß sich ab 1968 durch den Untergrund. Die Urbanisierung überschritt die einstige Stadtgrenze, Mexiko-Stadt wuchs mit den sich ebenfalls ausdehnenden Grenzgemeinden des Estado de México zusammen.

Bevölkerung

Durchweg Kreolen und Mestizen, der Anteil der Träger von Indigena-Sprachen beträgt in absoluten Zahlen 141.000 Menschen. In Mexiko-Stadt leben zudem etliche Ausländer, vorwiegend Angestellte und Beschäftigte von Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Einwohner von Mexiko-Stadt und Umgebung auch als "Chilango" bezeichnet.

Wirtschaft

Etwa 180.000 Händler, 127.000 Anbieter von Dienstleistungen und Handwerk (Restaurant, Friseur, Autowerkstatt, Mediziner), 900.000 Industriebetriebe (Chemie, Lebensmittel, Auto, Elektronik, Bier). Etliche Industriereviere sind allerdings rings um den Bundesdistrikt im benachbarten Estado de México angesiedelt. Innerhalb von Mexiko-Stadt ist der "Poligóno Industrial de Vallejo" im Stadtteil Azcapotzalco das größte Gewerbegebiet. Mexiko-Stadt ist zudem Sitz der wichtigsten Medien und Verlage wie Reforma, El Universal, Televisa und TV Azteca.

Tourismus

Mexiko-Stadt konzentriert einen erheblichen Anteil der internationalen Touristen auf sich. Zudem ist die Stadt als Tagungs- und Messeort traditionelles Ziel von Wirtschaftsvertretern. Insgesamt verfügt die Stadt (nur Bundesdistrikt) über 600 Hotels, in denen 40.000 Menschen beschäftigt sind (Quelle: INEGI 1999).

Sehenswürdigkeiten

Mexiko-Stadt beherbergt etliche Museen. Etliche von ihnen unterstehen nationalen Behörden, manche sind im Privatbesitz. Hinzu kommen Baudenkmäler und Naturattraktionen. Hauptartikel hier: Sehenswürdigkeiten Mexiko-Stadt.

1987 wurde das historische Zentrum Mexiko-Stadt zusammen mit Xochimilco zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

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