Maya (Hochkultur)

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Maya (Mayas) stammten aus dem Hochland von Guatemala. Um 1000 v. Chr. wanderten sie in das Tiefland auf der Halbinsel Yucatán ein, wo sie Sümpfe mit Kanälen trockenlegten um Pflanzen anzubauen. Im 7. Jahrhundert v. Chr. begannen sie, monumentale Tempelpyramiden zu errichten. Es entstanden kleine Stadtstaaten. Die Schrift, den Kalender und das rituelle Ballspiel übernahmen sie wahrscheinlich von den Olmeken und den Zapoteken, mit denen sie durch den Handel in Kontakt kamen.

Um 300 n. Chr. begannen die Maya, die im Gebiet um Petén lebten, Steinmonumente, so genannte Stelen, zu errichten, auf denen sie die Leistungen ihrer Könige verzeichneten und wichtiger Ereignisse gedachten. Viele dieser Stelen blieben erhalten, überwuchert von der Vegetation des Regenwaldes. Die Archäologen konnten ihre Inschriften entschlüsseln, die in einer Bilderschrift abgefasst sind. Daraus ging hervor, dass sich die Stadtstaaten der Maya, wie Tikal und Palenque, praktisch ständig bekriegten. Kriege waren nötig, um Gefangene für die Menschenopfer zu machen. Ihr Götterglaube verlangte es, an bestimmten Tagen oder zu Ereignissen wie der Bestattung eines Königs Menschenopfer darzubringen. Die Opfer wurden gefoltert, bevor man ihnen das Herz herausschnitt. Auch die Maya-Könige mussten sich schmerzhaften Ritualen unterziehen; so wurden ihre Zungen mit dem Stachel eines Rochens durchbohrt, damit sie sich mit den Geistern der Ahnen verständigen konnten.

Die Maya besaßen einen sehr genauen Kalender, der auf präzisen astronomischen Beobachtungen beruhte, und sie schrieben Bücher, die sie mit Bildern verzierten.

Kriege und Hungersnöte, die wahrscheinlich durch eine zu starke Nutzung des Bodens entstanden, führten nach 800 n. Chr. zum raschen Verfall und zur Entvölkerung der Maya-Städte im Tiefland. Die Städte des Hochlandes konnten sich länger halten und wurden erst Ende des 16. Jahrhunderts von den Spaniern unterworfen.

Historischer Überblick

Ca. 38 000 v. Chr.: Erste Menschen kommen über die Bering-Straße von Sibirien nach Alaska. Kleine Gruppen von Jägern und Sammlern, nach und nach weiteres Vordringen in den amerikanischen Kontinent, bis zur vollständigen Besiedlung.

Ca. 10 000 v. Chr.: Aus diese Zeit wird das erste gefundene Kunstobjekt der Maya datiert, es stellt einen Tierkopf dar. Die Menschen leben in Höhlen und unter Felsdächern.

Ca. 9 000 - 7 000 v. Chr.: Mehrere Funde von ersten Werkzeugen deuten auf eine erste Organisation und Einteilung verschiedener Arbeiten.

Ca. 5 000 v. Chr.: Erstes Sesshaftwerden durch die Grundlage der "milpa" (Maisfelder). Weitere Pflanzen, die mit den Anfängen des Sesshaftwerdens in Verbindung stehen: Bohne, Avocado, Kürbis. Es kommt zur Bildung erster Dörfer, zunächst Erdgrubenhäuser, dann primitive Hütten aus Holzpfosten und Flechtwerk von Zweigen und Stroh, das mit Lehm beworfen wurde. Das Dach war aus Schilf. Dieser Bautyp hat sich bis heute in den ländlichen Gegenden erhalten. Die ersten Siedlungen entstanden an Ufern von Flüssen, womit die überlebenswichtige Wasserversorgung gesichert war.

Ca. 4 000 v. Chr.: Von der einzigen bis dahin existierenden Sprache Chol beginnt sich eine zweite Hauptsprache abzuspalten, das Yucatecan. Chol wird im Süden, und Yucatecan im Norden des Mayagebietes gesprochen. Während im Norden - auf der Yucatan-Halbinsel - nur Yucatecan gesprochen wird, spalten sich im Süden vom Chol im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Richtungen ab. Heute existieren 27 Mayadialekte, die untereinander nicht zu verstehen sind.

Geographische Eingrenzung der Mayawelt

Die Zivilisation der Maya breitete sich über die heutigen Bundesstaaten Mexikos aus, welche Chiapas, Tabasco, Campeche, Yucatán und Quintana Roo sind, ganz Guatemala, ganz Belize und die westlichen Teile von Honduras und El Salvador. Dieses Gebiet lässt sich geographisch in drei grundverschiedene Regionen gliedern:

Die nördliche Zone (das nördliche Tiefland, die Yucatan-Halbinsel) mit größtenteils unfruchtbaren Ebenen und flachem trockenem Land. Sieben Monate arid. Nur wenige Seen und Flüsse finden sich hier.

Die mittlere Zone (zentrales Tiefland) wurde zum eigentlichen Kernland der Mayakultur mit großen Flüssen und üppigen Regenwaldgebieten. Die großen Flüsse garantierten die Wasserversorgung und der Regenwald bot reichlich Nahrung sowohl tierischer als auch pflanzlicher Art.

Die südliche Zone (Hochland- und Küstenregion des Pazifik) einerseits mit hohen Bergen und kühlem Klima, wo es im Gegensatz zum Tiefland beträchtlich kalt werden kann und der sehr heißen Pazifikküste.

Diese unterschiedlichen klimatischen Bedingungen beeinflussten die Maya in ihrer Lebensweise, Kleidung, Kunst, Architektur und sozialem Leben auf vielfach verschiedene Weise.

Die Grundlagen der Maya-Hochkultur bildeten sich in der mittleren Zone heraus, wo die Maya aufgrund der vielen großen Flüsse und des Regenwaldes alle zum Überleben nötigen Voraussetzungen vorfanden.

Siehe auch:Mayab

Zeitliche Abschnitte

Die erste Einteilung in zeitliche Abschnitte beginnt ab 1500 v. Chr.

Vorklassische Periode (1 500 v. Chr. - 250 n. Chr.)

Frühes Vorklassikum (1 500 - 900 v. Chr.): die Olmeken, die als die Wurzeln der Maya gelten, gründen erste Königreiche, und stellten somit das erste weltanschauliche politische System auf dem amerikanischen Kontinent dar. Die Könige dieser Zeit waren herausgehobene Dorfpatriarchen oder Oberhäupter von Sippen. Erste primitive Sakralstätten wurden gebaut, mit Tempeln, die einfache Hütten aus vergänglichen Materialien waren. Sie wurden auf einer Plattform konstruiert oder an besonderen Orten wie natürlichen Erhebungen, somit dem Volk gegenüber erhöht.

Mittleres Vorklassikum (900 - 300 v. Chr.): Anfänge einer differenzierten Architektur und Vorliebe für Zeremonien. Mathematik, Astronomie, Kalenderkunde und Hieroglyphenschrift werden die ersten Wissenschaften. Beginn verschiedener künstlerischer Techniken wie Töpfern, Weben und Bearbeiten von Stein und Holz.

Spätes Vorklassikum (300 v. Chr. - 200 n. Chr.): weiterer Aufstieg des Königtums; der König wurde nun als Verbindungsglied zu den Göttern und Ahnen angesehen, um so die Geschicke seines Volkes besser leiten zu können. Herausbildung der Adelsschicht, soziale Differenzierung.

Die Klassik (250 - 900 n. Chr.)

In der klassischen Periode fand die Mayakultur in den grandiosen Stadtstaaten von Tikal, Calakmul, Palenque, Copan und vielen anderen zu ihrem absoluten Höhepunkt. Geographisch gesehen liegen alle diese Stätten in der oben genannten mittleren Zone, dem Maya-Kernland.

Es kommt zu einer sprunghaften Vermehrung der Königreiche und Entwicklung in allen Teilbereichen des Lebens. Die Forschung in den Wissenschaften wird vorangetrieben und führt kontinuierlich zu neuen Erkenntnissen. Es kommt zu weiteren sozialen Differenzierungen und Fortschritten bei handwerklichen Techniken und Formen.

In Bezug auf die Architektur: Steinbruch und -transport, Verwendung von Mörtel als Bindemittel, Verwendung von Stuck zum Schutz des Baus, ausgearbeitete Treppen, Geländer und Säulen, Verzierung durch Friese, Skulpturen, Wandmalereien und Mosaike. Es entstehen riesige zeremonielle Zentren mit Tempeln bis zu 70 Metern Höhe und Akropolen mit einer Vielzahl an Administrations- und Schulungsgebäuden.

Über das gesamte Gebiet und sogar darüber hinaus mit anderen Stämmen wird zwischen den Stadtstaaten zu Land und zu Wasser ein ausgedehnter Handel getrieben. Besonders begehrt sind Jade, Obsidian, bestimmte Vogelfedern und Tierfelle. Die Welt der Maya ist im 8. Jahrhundert n. Chr. an ihrem Höhepunkt angelangt.

Im 9. Jahrhundert n. Chr. werden alle Stadtstaaten im zentralen Tiefland aus bis heute ungeklärten Gründen verlassen. Verschiedene Theorien gehen auf erhöhte Kriegführung unter den einzelnen Stadtstaaten ein oder auf den Verlust des Obrigkeitsglaubens an den allmächtigen Gottkönig.

Postklassik (900 - 1492 n. Chr.)

Nach dem Zusammenbruch der klassischen Mayakultur (das letzte sicher datierte Monument des Maya-Kerngebietes wurde 909 n. Chr. in Tonina aufgestellt) bekommen die Zentren des nördlichen Tieflandes großen Zulauf an Menschen und gewinnen so beträchtlich an Macht und Einfluss. Uxmal und Chichen Itza sind zunächst die dominierenden Stadtstaaten der Postklassik. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird Chichen Itza von Mayapan erobert, wodurch die Yucatan-Halbinsel in verschiedene kleine Kaziken zerfällt. Es gibt keine absolute Großmacht mehr. Nach dem Untergang Chichen Itzas wird Tulumder wichtigste Handelshafen und besteht bis zur Ankunft der Spanier im Jahre 1492. Nach und nach wird das gesamte Mayaland unterjocht. Ihre endgültige Unterwerfung wird allgemein auf das Jahr 1541 datiert, doch eine Untergruppe der Itza-Maya, die sich auf einer Insel im Lago Peten Itza niedergelassen hatten (nahe Tikals, welches schon lange verlassen worden war), konnten bis zum Jahre 1697!! Widerstand leisten.

Religion

Nach dem Glauben der Maya gliederte sich der Kosmos in drei Bereiche. Zuoberst das Himmelsgewölbe, das aus dreizehn verschiedenen Schichten bestand, jede Schicht repräsentiert durch eine Gottheit, in der obersten Schicht das Ur-Paar, die höchste Dualität, der Ursprung aller Götter und Menschen. Dann folgt die Erde mit seinen indianischen Bewohnern und zuunterst die Welt Xibalbas, wo die Ahnen weiterlebten. Xibalbaist eine Art Parallelwelt zur Erde, nicht mit unserer Hölle zu verwechseln.

Alle Bereiche bedingten einander. Das, was sich unter den Bewohnern Xibalbas abspielte, beeinflusste die diesseitige Welt, brachte Gesundheit oder Krankheit, Sieg oder Niederlage, Leben oder Tod, Reichtum oder Armut. Andersherum benötigten die Ahnen und Götter Nahrung, die ihnen nur die Menschen in Form pflanzlicher, tierischer und menschlicher Opfer darbringen konnten. Die Ausführung hierzu waren rituelle Zeremonien, die sowohl im Kleinen in den familiären Häusern stattfanden als auch im Großen von Priestern und Königen auf den Tempeln im Rahmen großartiger Schauspiele durchgeführt wurden, während derer die Könige durch Aderlass an Zunge oder Penis in Trance verfielen und dann nach Mayaglauben zwischen den Welten wandern konnten oder einen Ahnen aus Xibalba heraufbeschwören konnten, um die Götter und Ahnen um Rat fragen zu können.

Die Welt selbst stellt sich nach Ansicht der Maya als runde Oberfläche dar, die auf dem Rücken eines gigantischen Krokodils gelegen ist, denn dieses weist Unmengen an Erhebungen und Vertiefungen auf, gleichzusetzen mit den Gebirgen und Tälern der Erde. Jede Himmelsrichtung wurde mit einer Farbe assoziiert, der Osten mit der Farbe rot, die den Sonnenaufgang widerspiegelt, die Geburt des Tages, den Beginn des Lebens, somit die höchstrangigste Weltgegend. Dem Norden wurde die Farbe weiß zugeordnet und dem Süden gelb. Helle Farben, die das Tageslicht symbolisieren. Der Westen, wo die Sonne verschwand und den Menschen in Dunkelheit zurückließ, bekam die Farbe schwarz, gleichzusetzen mit dem Tod des Tages. Das Zentrum mit den zwei Farben blau und grün bezeugt die Wichtigkeit des alltäglichen Lebens mit den Einflüssen des immergrünen Dschungels, des Himmels und des lebensnotwendigen Wassers. Im geographischen Zentrum wuchs eine enorme Ceiba (Kapokbaum), heiliger Baum der Maya. Er symbolisierte eine Art Weltachse, indem er in allen drei Stufen und sämtlichen Schichten zugleich existierte. Sein Stamm befand sich in der Welt der Menschen, seine Wurzeln reichten hinab in die Unterwelt von Xibalba und seine Wipfel durchzogen die Schichten des Himmelsgewölbes. An den vier Himmelrichtungen befand sich jeweils ein kleiner Baum, in dem eine Vogelart der jeweiligen Farbe der Himmelsrichtung lebte und natürlich wurde jede Himmelsrichtung von einer Gottheit bewohnt.

Götter

Siehe hierzu:

  • Götter der Maya: Nähere Beschreibung der Götterwelt (Klassifizierung/Charakteristische Eigenarten/Erscheinungsbild, Wesen und Mensch/Kennzeichnung)
  • Götter der Maya (Tabelle): Tabellarisch aufgeführte Götter mit Kurzbeschreibung.

Architektur

Die religiöse Monumentalarchitektur der Maya entwickelte sich ausschließlich aus dem System des "Mayabogens", eines Kraggewölbes, dessen zwei parallele Mauern ab einer bestimmten Höhe

falscher Bogen
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falscher Bogen

beginnen vorzukragen. So werden beide Wände kontinuierlich zum Zentrum des zu überdeckenden Raumes geführt, bis die verbleibende Spanne so gering geworden ist, dass man sie mit einer einzigen Steinlage schließen kann. Doch diese ausschließliche Benutzung des Hohlbaus aus zwei überkragenden Mauern warf im weiteren große Probleme auf, denn man kann mit diesem System lediglich eine maximale Innenraumbreite von drei Metern erreichen. Die Flexibilität der Anordnung und Größe des Innenraumes war also stark beeinträchtigt. So blieb das Interesse für den Innenraum immer zweitrangig, denn aufgrund der schweren Konstruktionsart herrschte das massige Mauerwerk unweigerlich dem Innenraum vor. Man findet im gesamten Mayagebiet Gebäude mit kleinen Innenräumen, die von gigantischen Konstruktionen geschlossen oder überbaut sind. Die architektonische Aufmerksamkeit der Maya galt immer der Monumentalität, der Fassade und dem Kult.

1.: Die Monumentalität wird durch die riesigen, massigen Volumen der Pyramidentempel hervorgerufen, die die Plätze auf denen sich das begeisterte Volk befand, dominierten. Ein Pyramidentempel ist grundsätzlich unterteilt in drei Teile: zunächst der pyramidale Unterbau, der das eigentliche Heiligtum, den Tempel trägt. Auf diesen ist die cresteria, der sogenannte Dachkamm aufgesetzt. Die Pyramidentempel besitzen einen charakteristischen vertikalen Zug, sie streben in die Höhe, in Richtung Himmelsgewölbe zu den Göttern. Dieser vertikale Zug wird durch die aufeinandergesetzten Absätze der Pyramide hervorgerufen, die sich nach oben verjüngen und mit ihrem Spiel von vorspringenden und zurückgesetzten Ebenen nach oben tendieren, durch eine steile Treppe ohne Balustraden und den besonders geeigneten Abschluss, den Höhenzug unterstreichend, die cresteria, die sich von der hinteren Hälfte des Tempels erhebt und sich ebenfalls nach oben verjüngt. Dazu befindet sich in der Mitte der beiden Seitenteile des Tempels -am vorderen Ansatzpunkt der cresteria- jeweils eine Zwischenkehle, die -sich ebenfalls nach oben verjüngend- einen starken Schatten hervorruft, der durch das dünner werden nach oben weist. Da die Zwischenkehle genau am vorderen Ansatzpunkt der cresteria beginnt, hinterlässt sie zudem den Eindruck, die cresteria würde als Volumen vom Tempelgrund aufsteigen. Dadurch glaubt der Betrachter, der Tempel wäre als Gebäude zweigeteilt und somit noch schlanker, noch mehr in die Höhe tendierend.

2.: Auf das Äußere der Pyramidentempel wurde äußerste Wertschätzung gelegt. Monumentale Masken flankieren Treppen und Tempel, Wandmalereien und kompliziert skulptierte Mosaikfassaden werden eingearbeitet. Große, breite Friese schließen die Tempel nach oben hin ab, die Vorderseiten der cresterias werden künstlerisch bearbeitet. Die Eingänge werden mit feingeschnitzten Türstürzen versehen. Von diesen Dekorationen ist heutzutage leider nicht mehr viel zu sehen, denn die Überwucherung durch den Dschungel und die Witterung hat solche freiliegenden Details natürlich weitestgehend zerstört. Einen annähernden Eindruck der Kunst gibt die cresteria von Tempel 2 in Tikal. Die sichtbaren Reste fein gearbeiteter Ohren an den Seiten und einiger Verzierungen im Zentrum lassen darauf schließen, dass die gesamte cresteria als eine riesige Maske ausmodelliert war. Die Reste von durchbrochenem Ornament am oberen Ende der cresteria lassen vermuten, dass wenigstens ein Viertel der Höhe fehlt. Somit hätte die Höhe im ursprünglichen Zustand um die zehn Meter betragen. An diesem Aufwand an Dekoration wird auch klar, welche Symbolkraft die Tempel besessen haben müssen. Als Huldigung an die Götter waren sie für den gewöhnlichen Maya ein unnahbarer Reliquienschrein, der sich während der Zeremonien in geheimnisvolle Weihrauch-copal-Wolken hüllte und die Phantasie über die Geschehnisse im mystischen Universum anregte.

3.: Der Kult der Maya fand grundsätzlich im Freien statt. Die Maya liebten es, die Tempel um riesige Plätze zu gruppieren. Während der Zeremonien (Opferungen, Aderlass) hielt sich das Volk auf den großen Plätzen, zu Füssen der riesigen Tempel auf und verfolgte die Durchführung der Rituale und Beschwörungen der Priester und Könige. Großzügige Straßen ( Sacbé ), sicher mit zeremonieller Bedeutung, verbinden die wichtigsten architektonischen Komplexe. Diese langen, breiten Straßen, die auf die Plätze und Tempel zuführen, dramatisieren die ganze Situation noch zusätzlich. Das eigene Volk, aber auch auswärtige Händler und Reisende werden dadurch beeindruckt.

Ein weiteres Merkmal der Maya-Architektur sind die großen Akropolen, bei denen Größenordnungen von mehreren hundert Quadratmetern keine Seltenheit sind. Auf ihnen wurden entweder Tempel oder Paläste errichtet. Wurden Tempel auf ihnen gebaut, so war es zu Ehren hochgestellter Verstorbener, deren Gräber sie bedecken sollten. Diese Tempel wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach überbaut, weil man meinte, die religiöse Kraft dieser "heiligen Berge" würde sich damit verstärken. Hierbei wurde der zu überbauende Tempel vorher rituell getötet, indem man in seinem Inneren eine Stele aufstellte und diese durch Zerkratzen oder Abbrennen zeremoniell sterben ließ. Nun konnte der alte Tempel abgerissen oder überbaut werden und seine Energie in den neuen Tempel übergehen. Im zweiten Fall wurden auf einer solchen Plattform sogenannte Paläste erstellt, die mit Administrations- und Schulungsgebäuden und Wohnblocks die Ergänzung zum religiösen Kern bildeten. Die Innenräume dieser Gebäude sind als längliche Galerien angeordnet, manchmal in drei oder vier parallelen Reihen und mit zwei bis drei Stockwerken. Hier wohnten zumindest vorübergehend, wenn nicht ständig hochgestellte Persönlichkeiten oder Priester und nutzten die Räumlichkeiten zur Verwaltung und Organisation des Stadtstaates.

Die hier beschriebene Architektur bezieht sich hauptsächlich auf die Tikal-Region, das heutige Peten. Je nach der Region und der Epoche trifft man auf bestimmte Variationen in der Konstruktion der Mayabauten. Sowohl grobe Mauern und Wölbungen aus Steinen und Steinplatten, die dann mit starken Schichten von Stuck nachbearbeitet wurden, als auch Gebäude, die in mehr oder weniger perfektionierter Technik errichtet worden sind. In den Monumentalzentren des Peten, der Tikal-Region, wo ein relativ weicher Kalksandstein in ausreichendem Maße vorhanden war, verfeinert sich im Laufe der Klassischen Periode die Qualität der Bearbeitung und Vermauerung der Steine. In der mittleren und Endphase lassen sich zwei Arten des Mauerwerks unterscheiden. Bei der ersten, die vor allem im Gebiet Tikals vorkommt, bestehen Innen- wie Außenwände aus Steinblöcken, deren Vorderseite sauber bearbeitet ist und deren Abmessungen in der Regel eine größere Tiefe bei geringerer Höhe zeigen. Den Hohlraum zwischen den beiden gemauerten Schichten füllt eine kompakte Mischung aus Steinen und Kalk. Eine weitere Verfeinerung, die sich auf der Yucatan-Halbinsel antrifft, bildet der zweite Mauertyp, bei dem die Wände eine sehr regelmäßige Anordnung von erheblich dünneren Blöcken zeigen, die häufig nicht nur einfach als Verkleidung konzipiert sind, sondern gegenüber dem kompakten Kern zusätzlich auch noch die Funktion der Rippe oder Schalung erfüllen.

Zu Beginn haben wir die Einteilung der Welt der Maya in drei große Teile betrachtet. Nun gibt es eine weitere Unterteilung in 15 verschiedene Regionen:

Jede einzelne dieser Regionen begrenzt gleichzeitig ein geographisches Gebiet als auch einen architektonischen Stil innerhalb der Mayaarchitektur, der zumeist durch den Einfluss einer der großen Hauptzentren, welches das jeweilige Gebiet beherrschte, hervorgerufen wurde.

Kalendersystem

Siehe hierzu: Kalender der Maya

Gesellschaftsordnung

In der Mayagesellschaft herrschte eine strenge, hierarchische Ordnung, an deren Spitze der Adel stand. Die Sklaven und Kriegsgefangene mussten schwerste Arbeit verrichten . Adelige, Herrscher und Priester machte nur ca. 5-10 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die restlichen 90-95 Prozent waren Bauern oder Händler, Kunsthandwerker oder Gelehrte.

In der Stadt lebte die Maya-Elite: der Herrscher, die Priesterschaft, Zauberer, Krieger und Händler, die Bauherren der Tempeln, Paläste und öffentliche Gebäude, die Astronomen, spezialisierte Künstler und die Schreiber.

Hierarchie der Mayas
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Hierarchie der Mayas
  • Im Präklassikum hatte die Gesellschaftsstruktur noch Stammescharakter. Verwandte Familiengruppen teilten sich ein Territorium.

Mit Zunahme der Bevölkerung entstanden Zeremonialzentren und eine Hierarchisierung der Gesellschaft, aufgrund der Arbeitsaufteilung ,begann.

  • Während der Klassik stand ein uneingeschränkte Herrscher, der halach uinic (= gerechter Mann) an der Spitze der Gesellschaft. In der Zeit vor der Klassik war dieser Herrscher auch zugleich der Oberste Priester seines Staates. Der Herrscher regierte die Stadt allein. Er hatte aber einige Berater (die bei den Maya ah cuch cabob hießen) denen auch Priester angehörten.

Durch spezielle und prachtvolle Kleidung sowie reichen Schmuck wurde die Machtstellung des Herrschers auch sichtbar betont. Neben einer Krone aus Federn seltener Vögel, trugen sie Schmuck, Ohrgehänge und Ringe aus Jade. Sie ließen sich zudem das Gesicht tätowieren, verzierten die Nase und schmückten ihre Zähne mit Jade.

  • Am Ende der Klassik und im Laufe der Postklassik bestand die Herrscherspitze aus dem Herrscher (Halach Uinic) und dem Priesterherrscher, dem Ahau Can (Schlangenherr) .

Jeder hatte sein spezielles Aufgabenfeld.

Ihnen untergeordnet folgten:

  • Die Gouverneure, die Bacabes, welche die ihnen unterstehenden Städte und Territorien regierten.
  • Der Adlige, Krieger und Priester.

Innerhalb der Priesterklasse gab es ebenfalls eine eigene Hierarchie.

  • Der Hohe oder Oberste Priester: Ahau Can (Schlangenherr). Er war Verwalter, Kontrolleur, Berater der weltlichen Machthaber, oder selber alleiniger Herrscher. Er hat niemals Menschenopfer vollzogen und besaß nur an wichtigen Festen kultische Aufgaben.
  • Der Orakelpriester, der Chilan: (= Sprachrohr der Götter). Er verkündete den Willen der Götter.
  • Priester, der ahkin (= der von der Sonne).

Der Adel war zwar die zahlenmäßig kleinste aber politisch maßgebende Gruppe der Gesellschaft. Zum Hochadel konnte man nur durch Geburt oder Einheirat gehören. Aus dieser Schicht stammten die Herrscher und Führungspersönlichkeiten. Sie lebten in den prunkvollen Palästen der Städte oder besaßen zumindest ein luxuriöses Haus.

  • Die Mittelschicht (die ebenfalls in der Stadt wohnten): Kunsthandwerker, die Dienstboten der Herrscher, Maurer- und Bauarbeiter .
  • ah chembal = untere Leute.

a) Die batabob, die im Rang über den der freien Bauern standen, waren die Befehlshaber der Dörfer. Sie führten in Kriegszeiten den Militärverband des Dorfes an und hatten die Gerichtsbarkeit inne.

b) Die freien Bauern, Fischer und Jäger. Diese Gruppe lebte, genau wie die batabob, außerhalb der Städte und erzeugten die landwirtschaftlichen Produkte der Maya-Elite. Die Bauern waren persönlich frei, hatten aber umfangreiche Steuern an den Herrscher und die weltliche und geistliche Elite zu entrichten.

  • Sklaven, die pentacob. Sie waren rechtlose Einwohner der Maya-Staaten. Sklave konnte man werden durch Mord, Diebstahl und Ehebruch, was die schwersten Verbrechen waren. Ferner wurde man auch Sklave als Schuldner, wenn beide Elternteile Sklaven waren, Kriegsgefangener oder Waisen.

Die Sklaven arbeiteten zusammen mit den Bauern auf den Feldern und an öffentlichen Baustellen in der Stadt.

Das tägliche Leben

Schönheitsideale

Schädeldeformation
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Schädeldeformation
Schädeldeformation
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Schädeldeformation
  • --Künstlich deformierter Schädel mit fliehender Stirn. Schädeldeformationen, die bereits bei den Säuglingen vollzogen wurden. Um diese langgezogene Kopfform der klassischen Maya zu erhalten, wurde dem Säugling ein Brett durch Verschnürung an den Kopf gepresst. Dies wurde praktiziert, da die Mayas glaubten dadurch übernatürliche Visionen oder Fähigkeiten zu erhalten.
  • --Schielen. Damit identifizierten sie sich mit dem Sonnengott. Um das Schielen zu erreichen, wurde ein Stein an einem Band befestigt und einem Kind um den Kopf geschlungen. Der Stein hing dabei zwischen den Augen.
  • --Hängende Unterlippe: wurde durch einen Jadepflock in der Unterlippe erzielt.
  • --Ein zurücktretendes Kinn.
  • --Mandelförmige Augen.
  • --Tätowieren des Gesichtes und des Rückens.
  • --Verformen der Zähne oder sie schmückten sie mit Jade.
  • --Bemalen des Körpers.
  • --Mit Harzen einreiben.
  • --Mit Blumen parfümieren.

Kleidung

Die Bekleidung der Mayas war für jede soziale Stufe unterschiedlich und man konnte anhand der Kleidung bereits den sozialen Rang erkennen.

Kleidung der oberen Schicht:

  • Herrscher: Einen Lendenschurz (Ex ganannt), der reichlich bestickt und mit Jade geschmückt war. Ein Hüfttuch und einen langen (oder auch kurzen) Rock, eine mit Federn geschmückte Jacke, und reich verzierte Sandalen. Meistens bestand der Umhang, der Rock und die Sandalen des Herrschers, als äußeres Zeichen der höchsten Macht, aus Jaguarfell. Der Schmuck bestand aus Brust–, Arm- und Ohrschmuck, Ringe für die Unterlippen, Haarspangen, Hals- und Fußreifen, Finger– und Nasenringe. Als Materialien wurden Jade, Muscheln, Knochen und Obsidian verwendet.
  • Adel: Die Männer trugen ähnliche Kleider wie der Herrscher, aus Jaguarfell. Die Frauen kurze Umhänge mit Jadeperlen und Federfransen, Ohrschmuck und Ketten.
  • Krieger trugen: den Ex (Lendenschurz), der mit Trophäenköpfen geschmückt war und ein quadratisches Tuch, das über den Schultern verknotet wurde.

Um magische Kraft auf sich zu ziehen trugen die Kriegerhäuptlinge zudem mit Zeichen versehene Umhänge und Helme.

  • Dienstboten: den Ex, Hüfttücher und einen Turban.
  • Bauern trugen nur den Ex.
  • nichtadelige Frauen trugen immer lange Röcke, einen Huipil (entweder einfach oder bestickt), Tücher die unter den Achseln verknotet wurden und Schmuck.

Haartracht und Kopfschmuck

Für den komplizierten Kopfschmuck waren sehr oft lange Haare, die mit dem Kopfschmuck verknüpft wurden, unerlässlich. Der Kopfschmuck konnte bestehen aus: Übereinandergetragenen Masken, die Gottheiten, Schlangen oder Jaguare darstellten, Jaguarstirnbänder, breitkrempige Hüte, Quetzalfedern, Turbane oder geflochtene Bänder.

Bestattung

Die Mayas glaubten an ein Leben nach dem Tod. Das Verhalten im "Diesseits" war entscheidend für das Weiterleben im Jenseits. Auch die Art wie man starb spielte eine große Rolle. Selbstmörder, Geopferte und Frauen die im Kindsbett starben stiegen, ohne den langen Weg durch die Unterwelt, direkt zu den Göttern auf. Die Art des Todes und auch die soziale Stellung eines Verstorbenen bestimmte die Bestattung.

  • Die Armen begruben ihre Verstorbenen meistens in niedergekauerter Haltung unter ihre Wohnstätten, zusammen mit einer kleinen Menge von Geschirr als Grabbeigabe, das den Toten bei der Reise ins Jenseits begleiten sollte. Aus Furcht vor dem bösen Geist der Verstorbenen wurden die Bestattungen, um diesen Geist zu besänftigen, mit gebührendem Respekt durchgeführt. Aus Angst vor dem Geist der Verstorbenen, wurden aber auch oft die Häuser nach der Bestattung verlassen. Manchmal wurden die Toten auch versteckt, damit der Geist der Verstorbenen nicht in die Häuser eindringen konnte.
  • In einigen Orten begruben sie die Toten jedoch in großen Massengräbern in denen bis zu 50 Leichen Platz hatten.
  • Die Verstorbenen der Höheren Stände wurden fast immer in einem großen, eigenen Grab mit mehreren Zimmern begraben, in denen eine reiche Auswahl an Geschirr und Schmuck vorhanden waren.

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