Maquiladora

From Mexiko-Lexikon

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maquila, span. für Anteil eines Mühlenbetreibers am - in seiner Mühle - gemahlenen Korn, Weizen

maquilar = Eintreibung dieses Anteils

Die Maquiladora-Industrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Mexikos und hat insbesondere seit Inkrafttreten des Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada einen regelrechten Boom erfahren. Ihre Existenz hat jedoch auch erheblich soziale Schattenseiten zur Folge.

Die Maquiladoras sind ein Bindeglied in einer Produktionskette: Sie fertigen aus angelieferten Vorprodukten das Endprodukt, das anschließend wieder ins Ursprungsland re-exportiert wird. Im- und Export der Rohstoffe oder Zubehörteile erfolgen in aller Regel zollfrei, was diese Produktionskette ermöglicht. Die Fertigungsfabriken sind nicht immer in ausländischer Hand. Grenznähe erlaubt eine Minimierung der Transportkosten. Die Produktvielfalt ist unbegrenzt. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey ist die Ansiedlung von Maquiladoras untersagt.

In Mexiko wurden 1965 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine solchen Industriezweig erschaffen. Hintergrund war die zunehmende Attraktivität des Landes angesichts von Lohnsteigerungen in Japan und den USA. 1967 erfolgten die ersten Ansiedlungen ausländischer Unternehmer in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA. Mit dem Investionsprogramm verfolgte die mexikanische Regierung vor allem die Absicht, den unterentwickelten Norden des Landes massiv zu fördern.

Spätestens mit dem NAFTA-Abkommen ist die Maquiladora-Industrie für Mexikos wirtschaftliche Entwicklung unverzichtbar geworden. 2.800 Unternehmen, die meisten in den nördlichen Bundesstaaten Baja California, Coahuila, Chihuahua und Tamaulipas, beschäftigen 1,145 Millionen Werktätige. Der Anteil der Maquiladoras am mexikanischen Export beträgt 46 Prozent. Allerdings schwächte sich die Entwicklung ab, seit 2000 sind die Beschäftigungszahlen (damals 1,291 Millionen) leicht rückläufig. Insbesondere die chinesische Wirtschaft hat etliche Arbeitsplätze gekostet, die Firmen wandern ab.

Im sozialen Bereich hat die Maquiladora-Industrie insbesondere Frauen für Fließbandarbeit angelockt. Gewerkschafts- und Umweltschutz sind jedoch unterentwickelt. Traurige Berümtheit erlangte die Stadt Ciudad Juárez durch ihre Serie an Frauenmorden - die meisten der Opfer waren Arbeiterinnen der Maquiladora-Industrie.

Siehe auch: Ciudad Juárez - Frauenmorde

Zahlen u.a.: Consejo Nacional de la Industria Maquiladora de Exportación

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