Immaterielles Kulturerbe (Mexiko)
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Aus Mexiko wurden bislang (Stand November 2010) sechs immaterielle Kulturgüter in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Inhaltsverzeichnis |
Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit (Mexiko)
Chinampa-Anbau in Tenochtitlán
Día de los Muertos
| Die den Toten gewidmete Festivität der indigenen Bevölkerung |
| 2008 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
Der Día de los Muertos (Tag der Toten), so wie er von den indigenen Gemeinden in Mexiko praktiziert wird, stellt eine vorübergehende Rückkehr der Verstorbenen auf die Erde dar, bei der sie ihre Verwandten und Lieben besuchen. Der Tag der Toten (Día de los Muertos) wird von der indigenen Bevölkerung mit sehr viel Aufwand und Sorgfalt vorbereitet. In ihrem Glauben wird ihre Zukunft davon beeinflusst, wie zufrieden die Verstorbenen bei ihrer vorübergehenden Rückkehr waren. Waren die Verstorbenen zufrieden, so kann ihnen dies zum Beispiel eine reiche Maisernte sichern oder aber bei Unzufriedenheit kann es Krankheiten, einen Unfall oder finanzielle Schwierigkeiten zur Folge haben. Der Día de los Muertos (Tag der Toten) ist von großer Bedeutung im Leben der indigenen Gemeinden. Er stellt zudem eine Fusion dar zwischen den vorspanischen religiösen Riten des indigenen Glaubenssystems und den katholischen Festen, welche durch die Europäer im 16. Jahrhundert eingeführt wurden. (1)
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Rituelle Zeremonie der Voladores
| Die fliegenden Männer |
| 2009 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
Die rituelle Zeremonie der Los Voladores (fliegende Männer) ist ein Fruchtbarkeitstanz. Praktiziert wird er von mehreren ethnischen Gruppen in Mexiko und Mittelamerika, wobei jedoch die indigene Bevölkerung der Totonaken aus dem östlichen Bundesstaat Veracruz diesen Tanz in erster Linie durchführt. Die Zeremonie erfolgt auf einem 18-40 Meter hohen Holzmast, auf dessen Spitze sich eine kleine drehbare Plattform befindet und auf die fünf Männer hinauf klettern. Einer dieser Männer, der sogenannte Corporal, spielt dort zu Ehren der Sonne und der vier Himmelsrichtungen gleichzeitig Flöte und Trommel. Die anderen vier Männer, die mit dem Mast durch ein langes Seil verbunden sind, welches um ihre Fußknöchel und Hüften gewunden ist, stürzen sich während dieser Zeremonie in die Tiefe. Durch die Drehbewegung der Plattform wickeln sich die Seile langsam ab und die Männer sinken in immer größer werdenden spiralförmigen Runden zu Boden. Jede Runde der Drehung steht im Weltbild der Voladores im Zusammenhang mit dem Mythos der Geburt des Universums. Die Zeremonie bringt die Werte der Gemeinschaft zum Ausdruck und erleichtert ihnen die Kommunikation mit ihren Göttern. (2)
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Das Kulturgut der Otomí-Chichimecas
| von Tolimán, Bundesstaat Querétaro |
| 2009 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
Der Lebensraum der Otomí-Chichimecas ist geprägt von einer Halbwüsten-Zone im Bundesstaat Querétaro, Zentral-Mexiko. Ihre gelebten Traditionen stellen eine einzigartige Beziehung zu ihrer spirituellen Kultur und ihrer realen Umwelt dar, die sich in Bildern, Tanz und Musik widerspiegeln. Ein zentraler Punkt in ihrer Glaubenswelt ist der Peña de Bernal (360 Meter hoch und drittgrößter Monolith der Welt). Ein für sie heiliger Hügel und Wächter ihres Lebensraumes. Jährlich finden Pilgerungen zum Peña de Bernal statt, bei denen sie um geistigen Schutz bitten und für in dieser Region knapp vorhandenes Wasser. Ebenfalls wird bei diesen Pilgerungen ihrer Ahnen gedacht und sie feiern ihre gemeinsame Identität und Kontinuität mit ihnen. (3)
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Das Parachicos-Januarfest in Chiapa de Corzo
| Bundesstaat Chiapas |
| 2010 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
| Parachicos sind traditionelle Tänzer, die alljährlich in der Zeit vom 04.-23. Januar bei der großen Festveranstaltung („Fiesta Grande“ oder auch „Jahrmarkt San Sebastián“ genannt) in Chiapa de Corzo, Bundesstaat Chiapas, auftreten. Das traditionelle Fest, welches aus Musik, Tänze, Kunsthandwerk, religiöse Zeremonien, Speisen und Unterhaltung besteht, ist Teil der Patronatsfeste zu Ehren der katholischen Heiligen: „Nuestro Señor de Esquipulas“( schwarzer Christus, 6.Januar), San Antonio Abad (17.Januar) und San Sebastián (20.Januar), wobei das Fest für San Sebastián das bedeutendste ist. Das Wort Parachicos wird sowohl für die Tänzer wie auch für den Tanz selbst benutzt.
Jeder Tänzer trägt eine geschnitzte Maske, deren Technik zur Herstellung, Trocknung und Verzierung von Generation zu Generation weitergegeben wird. (4)
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Pirekua
| Traditionelle Volkslieder der indigenen Bevölkerung der P’urhépecha |
| 2010 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
Pirekua, traditionelle Volkslieder der indigenen Bevölkerung der P’urhépecha, sind in mehreren Gemeinden des mexikanischen Bundesstaates Michoacán zu Hause. Der Mix dieses Musikstils basiert auf afrikanischen, europäischen und indianischen Wurzeln. Die Pirekua, die sowohl von Männern wie auch Frauen gesungen wird, kann solo, in Duetten und Trios oder in Begleitung von Streichorchester oder Orchester mit Blasinstrumenten vorgetragen werden. Die Sänger der Pirekua werden Pirériecha genannt. Die Pirekua, die auch als ein Medium des Dialogs zwischen den P'urhépecha-Familien gilt, wird seit jeher mündlich von Generation zu Generation übertragen. (5)
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Die traditionelle mexikanische Küche
| Umfangreiches Kulturgut |
| 2010 Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit |
Die traditionelle mexikanische Küche ist ein umfangreiches Kulturgut, das Landwirtschaft, rituelle Praktiken, uralte Fähigkeiten und Wissen sowie überlieferte alte kulinarische Techniken und Bräuche beinhaltet. Neben einzigartigen Anbaumethoden in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel Milpa (Anbau in Mischkultur) und Chinampa (schwimmende Gärten), oder traditionelle Zubereitungsverfahren wie Nixtamalisation, finden traditionellen Kochutensilien ihre Anwendung, wie zum Beispiel Metate (Mahlstein), Molcajete (Steinmörser) und Molinillo (Holzquirl). (6)
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Siehe auch:
- Welterbe der Menschheit (UNESCO)
- Weltkulturerbe und Weltnaturerbe (Mexiko)
- Weltdokumentenerbe (Mexiko)
Quellenverzeichnis
- (1) UNESCO: The Indigenous Festivity dedicated to the Dead [7]
- (2) UNESCO: Ritual ceremony of the Voladores:[8]
- (3) UNESCO: Places of memory and living traditions of the Otomí-Chichimecas people of Tolimán: the Peña de Bernal, guardian of a sacred territory [9]
- (4) UNESCO: Parachicos in the traditional January feast of Chiapa de Corzo [10]
- (5) UNESCO: Pirekua, traditional song of the P’urhépecha [11]
- (6) UNESCO: Traditional Mexican cuisine - ancestral, ongoing community culture, the Michoacán paradigm[12]

