Guerrero (Bundesstaat)
From Mexiko-Lexikon
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| Hauptstadt | Chilpancingo | ||
| Municipios | 81 | ||
| Lage | Westen Mexikos, am Pazifik | ||
| Fläche | 64.281 km² (Stand 2000 lt. INEGI) | ||
| Einwohnerzahl | etwa 3.079.000 | ||
| Bevölkerung | Überwiegende Mehrheit sind Mestizen | ||
| Klima | |||
| Wirtschaft | Landwirtschaft, Tourismus | ||
| Gouverneur | 2005-2011, Zeferino Torreblanca Galindo (PRD) | ||
| Website | http://www.guerrero.gob.mx | ||
Guerrero, im Westen Mexikos am Pazifik gelegen, grenzt im Norden an Michoacán, Estado de México und Morelos, im Osten an Puebla und Oaxaca.
Der Bundesstaat umfasst eine Fläche von 64.281 km² (Stand 2000 lt. INEGI) und ist in 81 Municipios eingeteilt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Das Territorium des Bundesstaates Guerrero, unzulänglich und arm an Rohstoffen, spielte in der vorhispanischen Ära nur eine untergeordnete Beziehung. Zwischen 1433 und 1511 unterwarfen die Azteken in langwierigen Feldzügen das unwegsame Gebiet. Die Spanier eroberten Guerrero relativ rasch, 1523 wurde Acapulco gegründet. Dieser Hafen war Ziel der spanischen Pazifikschiffe, die Waren aus Asien nach Amerika transportierten.
Guerrero blieb während der spanischen Kolonialzeit am Rande der Entwicklung und war später Teil der Intendencia von México, dem heutigen Estado de Mexico. Dies änderte sich erst mit Ausbruch des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges (1810-1821). José María Morelos organisierte ab 1811 den Aufstand im heutigen Guerrero. 1813 hielt er in Chilpancingo einen Verfassungskongress ab, der die Unabhängigkeit Mexikos proklamierte. Morelos Niederlage und Hinrichtung brachten den Aufstand jedoch nicht zu Fall, Nachfolger Vicente Guerrero führte bis 1821 einen Guerilla-Widerstand an.
Am 14.Februar 1821 schloss der spanische General Agustín de Iturbide, der im Bündnis mit konservativen Kolonialeliten lieber ein unabhängiges, aber konservatives Mexiko sah als ein liberales spanisches Mutterland, einen Friedensvertrag mit Guerrero in Iguala. Der Plan von Iguala war faktisch die Unabhängigkeitserklärung Mexikos und sah Garantien für Kirche, Bodenbesitz und Staat (Unabhängigkeit) vor. Von hier aus marschierte das "Dreigarantien-Heer" gegen Mexiko-Stadt.
Das Territorium von Guerrero blieb nach der Unabhängigkeit auf verschiedene Bundesstaaten aufgeteilt, erst 1849 wurde nach mehreren Anläufen der heutige Bundesstaat gegründet. Den Namen erhielt die neue politische Einheit in Erinnerung an den 1831 ermordeten Guerillaführer und späteren Staatspräsidenten Vicente Guerrero.
Guerrero blieb zeitlebens ein unruhiger Staat mit wiederholten Revolten. In den siebziger Jahren operierte eine Guerillabewegung in den unzulänglichen Territorien, seit 1996 ist wieder eine Organisation namens EPR aktiv. Neuerdings floriert zudem der Drogenanbau. Gouverneur (2005-2011) ist Zeferino Torreblanca Galindo (PRD) - erster Gouverneur, der nicht der jahrzehntelang regierenden PRI angehört.
Bevölkerung
Guerrero verfügt über eine Bevölkerung von knapp drei Millionen Menschen, die überwiegende Mehrheit sind Mestizen. 13,75 Prozent der Bevölkerung ist indigen, davon zählen sich 40 Prozent zur Volksgruppe der Nahua. Weitere indigene Völker: Mixteken, 28 Prozent der indigenen Bevölkerung, Tlapaneken, 22 Prozent, Amuzgos, neun Prozent, Mazahuas. An der Küste leben Nachfahren afrikanischer Sklaven. Die indigene Bevölkerung konzentriert sich auf die Hochgebirgsregion, unter ihnen sind Armut und soziale Randstellung besondere dominant.
Wirtschaft
Guerrero ist ein primär auf Subsistenzgrundlage ausgerichteter, landwirtschaftlich (Mais, Kaffee, Copra und Sesam (Ajonjolí)) geprägter Staat: Nach Angaben der Landesregierung sind davon 85 Prozent aller Gemeinden abhängig. Drogenanbau spielt eine gewisse Rolle. Regionales Handwerk findet sich in Taxco (Silber- und Goldschmuck). An der Küste dominiert der Tourismussektor, insbesondere in Acapulco und Ixtapa-Zihuatanejo. Etwa 12.500 Kilometer Straßen durchziehen das Land. Eine mautpflichtige Autobahn verbindet die Pazifikküste mit Mexiko-Stadt. Der Dienstleistungssektor ist nur in der Landeshauptstadt und Acapulco stark ausgebaut. Maquiladora-Endfertigungsindustrie findet sich in Buenavista de Cuéllar und Leonardo Bravo. An der Küste kommt zum Tourismus noch der Fischfang hinzu.
Typisches Kunsthandwerk des Bundesstaates ist die Silberverarbeitung und daraus resultierender Produkte, insbesondere in Taxco. Dort findet jährlich eine nationale Silbermesse statt. In Iguala, Ciudad Altamirano, Coyuca und Ometepec wird Gold verarbeitet. Macheten-Messer werden in Ayutla und Tixtla hergestellt. Bekannt sind auch Lackarbeiten auf Holz und Töpferwaren, insbesondere in den zentralen Tälern von Zacoalpan, Nuitzalapa, Atzacualoya, Tixtla, Zumpango de Neri und Huitzuco.
Umgebung
- Taxco Die "Silberstadt", hoch gelegen in den Bergen von Nordguerrero, produzierte schon längstens kein Silber mehr, als José Borda neue Vorkommen entdeckte und der Stadt zu neunem Reichtum verhalf. Seinén Reichtum setzte er selbst zur Verschönerung der an andalusische Gemeinden erinnernden Stadt ein. Eine Touristenhochburg wurde Taxco jedoch erst durch die Einführung des Silberschmucks-Handwerks Anfang des 20.Jahrhunderts durch den Amerikaner William Spratling. Taxco ist heutzutage UNESCO - Weltkulturerbe.
- Acapulco Der Hafen ist seit den fünfziger Jahren der mondänste Badeort Mexikos. Seine ursprüngliche Exklusivität wich einem Massentourismus. Berühmt ist die Millionenstadt vor allem für ihre Strände, das Nachtleben und den Felsenspringern.
- Ixtapa-Zihuatanejo Dieser Doppelort entwickelte sich in den achtziger Jahren zu einem neuen Cancun-Ressort, wobei Zihuatanejo den Charakter seiner Altstadt erhalten konnte.


