Drogenkrieg

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*'''Los Zetas Cartel''' <br /> *'''Los Zetas Cartel''' <br />
-Die Drogenbande „Los Zetas“ besteht seit den späten 1990er Jahren. Die ursprünglichen Mitglieder waren desertiere mexikanische Soldaten der Spezialeinheit Grupo de Fuerzas Especiales Aeromóvil (GAFES), die eine Spezialausbildung in Aufstandsbekämpfung und Drogenbandenbekämpfung durch Spezialisten der USA, Frankreich und Israel erhalten haben. Nachdem sie sich zuerst dem Golf Kartell unter der Leitung von Osiel Cárdenas Guillén angeschlossen hatten entwickelten sie sich später zu einem eigenständigen Kartell. <br />+Die Drogenbande „[[Los Zetas]]“ besteht seit den späten 1990er Jahren. Die ursprünglichen Mitglieder waren desertiere mexikanische Soldaten der Spezialeinheit Grupo de Fuerzas Especiales Aeromóvil (GAFES), die eine Spezialausbildung in Aufstandsbekämpfung und Drogenbandenbekämpfung durch Spezialisten der USA, Frankreich und Israel erhalten haben. Nachdem sie sich zuerst dem Golf Kartell unter der Leitung von Osiel Cárdenas Guillén angeschlossen hatten entwickelten sie sich später zu einem eigenständigen Kartell. <br />
Das Kartell „Los Zetas“ gilt als das gefährlichste und technologisch am besten ausgerüstete Kartell [[Mexiko]]s. Sie sind Experten in psychologischer Kriegsführung und auf ihr Konto gehen Enthauptungen von Konkurrenten, Polizisten und Beamten. <sup>(26)</sup> Das Kartell „Los Zetas“ gilt als das gefährlichste und technologisch am besten ausgerüstete Kartell [[Mexiko]]s. Sie sind Experten in psychologischer Kriegsführung und auf ihr Konto gehen Enthauptungen von Konkurrenten, Polizisten und Beamten. <sup>(26)</sup>
Neben Drogenhandel betreiben die “Los Zetas” noch Waffenschmuggel, Entführungen, Geldwäsche, Erpressungen und [[Coyote (Schleuser)|Menschenschmuggel]]. <br /> Neben Drogenhandel betreiben die “Los Zetas” noch Waffenschmuggel, Entführungen, Geldwäsche, Erpressungen und [[Coyote (Schleuser)|Menschenschmuggel]]. <br />

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Siehe auch:


Drogenkrieg in Mexiko
Beginn: 11.Dezember 2006
Status: Aktuell laufend
Tote im Drogenkrieg
2006: 62
2007: 2.826
2008: 6.837
2009: 9.614
2010: 15.273
insgesamt: 34.612
Konfliktparteien

Mexiko

Ejército Méxicano

*Fuerza Aérea Mexicana (FAM)

*Armada de México (SEMAR)

*Aeromóvil de Fuerzas Especiales (GAFE)

*Policia Federal (PF)

*Policía Federal Ministerial (PFM)

*SIEDO

*Polizeikräfte der Bundesstaaten und Gemeinden

Kartelle

*Los Zetas Cartel

*Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell)

*Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell)

*Cártel de Juárez (Juárez-Kartell)

*Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell)

*Cártel del Golfo (Golf-Kartell)

*La Familia Michoacana Cartel
Einflussgebiete der Drogenkartelle
Bundesstaaten mit Drogentote

Allgemein
Der Terminus „Drogenkrieg“ (im Original englisch: „War On Drugs") wurde 1969 vom 37. US-Präsidenten Richard Nixon anlässlich einer Pressekonferenz zum ersten Mal verwendet. Vermutlich an seinen Vorgänger Lyndon B. Johnson angelehnt, der den „Krieg gegen die Armut“ kreierte, rief Nixon den „Krieg gegen Drogen“ aus.


Drogenkrieg in Mexiko

Als so genannter Drogenkrieg wird der gewaltsame und bewaffnete Konflikt bezeichnet, der sowohl zwischen rivalisierenden mexikanischen Drogenkartellen untereinander geführt wird wie aber auch zwischen den Drogenkartellen und mexikanischen Sicherheitskräften unter Staatpräsident Felipe Calderón.
Der von Präsident Calderón im Dezember 2006 deklarierte „Kampf gegen das organisierte Verbrechen“ hat sich im Jahr 2010 zu einem hochgewaltsamen Konflikt zwischen den Drogenkartellen und der mexikanischen Regierung entwickelt und laut Forschern des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung erfüllt dieser Kampf seit 2010 alle Kriterien für die Bezeichnung „Krieg“. (1)

Laut Definition des Heidelberger Instituts ist Krieg ein gewaltsamer Konflikt, der mit einer gewissen Kontinuität organisiert und bei dem systematisch Gewalt eingesetzt wird. Das Ausmaß der Zerstörung ist massiv und lang anhaltend. (2)

Während im Jahr 2009 der Konflikte zwischen den Drogenkartellen und der mexikanischen Regierung noch als „Ernste Krise“ eingestuft wurde, so sprechen die Heidelberger Forscher in ihrem Bericht „Conflict Barometer 2010“ von einer Eskalation zum ersten Krieg der Region Nord-Südamerika seit 2003. (3)

Inhaltsverzeichnis

Konfliktparteien

In Mexiko sind nach offiziellen Erkenntnissen sieben mächtige Verbrecherkartelle aktiv: Los Zetas Cartel, Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell), Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell), Cártel de Juárez (Juárez-Kartell), Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell), Cártel del Golfo (Golf-Kartell) und La Familia Michoacana Cartel. Daneben gibt es noch zahlreiche organisierte Banden, die jedoch von geringerer Bedeutung sind wie zum Beispiel: "El Cartel de Jalisco New Generation" in Jalisco, die „Brüder Amezcua“ in Colima und Jalisco und „Familie Díaz Parada“ in Oaxaca.

Die Drogenkartelle befinden sich einerseits untereinander in blutige Auseinandersetzungen um die Schmuggelrouten in die USA und anderseits in schweren Kämpfen mit den mexikanischen Sicherheitskräften.

Zur Zeit (Ende 2010) werden von Staatpräsident Felipe Calderón im Kampf gegen die Drogenkartelle eingesetzt:

Ca. 50.000 Soldaten (39) und ca. 35.000 Bundespolizisten. (40)

Die genaue Anzahl der Personen die zu den Kartellen gehören ist unbekannt. Das US-Verteidigungsministerium vermutet jedoch, dass zum Umfeld der Drogenkartelle mehr als 100.000 Fußsoldaten gehören. (41),(42)

Mexiko

Im Einsatz sind:

  • Fuerzas Armadas de Mexico (mexikanische Streitkräfte):
    • Ejército Méxicano (mexikanische Armee)
    • Fuerza Aérea Mexicana, FAM (mexikanische Luftwaffe)
    • Armada de México, SEMAR (mexikanische Marine)
    • Aeromóvil de Fuerzas Especiales, GAFE (Spezial Operationseinheit der Armee)

Drogenkartelle

Die sieben rivalisierenden Drogenkartelle:

  • Los Zetas Cartel

Die Drogenbande „Los Zetas“ besteht seit den späten 1990er Jahren. Die ursprünglichen Mitglieder waren desertiere mexikanische Soldaten der Spezialeinheit Grupo de Fuerzas Especiales Aeromóvil (GAFES), die eine Spezialausbildung in Aufstandsbekämpfung und Drogenbandenbekämpfung durch Spezialisten der USA, Frankreich und Israel erhalten haben. Nachdem sie sich zuerst dem Golf Kartell unter der Leitung von Osiel Cárdenas Guillén angeschlossen hatten entwickelten sie sich später zu einem eigenständigen Kartell.
Das Kartell „Los Zetas“ gilt als das gefährlichste und technologisch am besten ausgerüstete Kartell Mexikos. Sie sind Experten in psychologischer Kriegsführung und auf ihr Konto gehen Enthauptungen von Konkurrenten, Polizisten und Beamten. (26) Neben Drogenhandel betreiben die “Los Zetas” noch Waffenschmuggel, Entführungen, Geldwäsche, Erpressungen und Menschenschmuggel.
Ihr Territorium umfasst Tamaulipas, Nuevo Leon, Coahuila, Michoacán, San Luis Potosí, Tlaxcala, Hidalgo, Guanajuato, Veracruz, Querétaro, Zacatecas, Tabasco, Guerrero, Oaxaca, Chiapas, Puebla, Aguascalientes, Campeche, Yucatán, Quintana Roo und Distrito Federal.
Verbündete: Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell), Cártel de Juárez (Juárez-Kartell), Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell).
Rivalen: Cártel del Golfo (Golf-Kartell), Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell), La Familia Michoacana Cartel. (27)


  • Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell)

Das Kartell entstand im Jahre 2008, nachdem es sich vom Sinaloa Kartell abgespalten hatte. Ihr Territorium erstreckt sich in erster Linie an der Pazifikküste (Guerrero (Bundesstaat)) und Morelos. Neben Drogenhandel betreibt das Kartell noch Waffenschmuggel, Entführungen, Geldwäsche, Erpressungen, Mord, Prostitution und Menschenschmuggel.
Verbündete: Los Zetas Cartel, Cártel de Juárez (Juárez-Kartell), Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell).
Rivalen: Cártel del Golfo (Golf-Kartell), La Familia Michoacana Cartel, Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell). (28)


  • Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell)

Das Tijuana-Kartell (auch Arrellano Félix Organisation genannt), 1989 in Tijuana (Bundesstaat Baja California) gegründet, gilt als äußerst gewalttätig. Ihr Territorium umfasst in erster Linie den Bundesstaat Baja California, wo sie um die Kontrolle in Tijuana kämpfen. Neben Drogenhandel (Schmuggel von synthetischen Drogen) werden dem Kartell noch Entführungen, Morde und Erpressungen zugeordnet. Da die meisten Anführer sich in Haft befinden oder getötet wurden, besitzt das Kartell nur noch wenig Macht.
Verbündete: Los Zetas Cartel, Cártel de Juárez (Juárez-Kartell), Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell).
Rivalen: Cártel del Golfo (Golf-Kartell), La Familia Michoacana Cartel, Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell). (29)


  • Cártel de Juárez (Juárez-Kartell)

Das Juárez-Kartell, bekannt auch als "Allianz des goldenen Dreiecks", 1993 (30) in Ciudad Juárez (Bundesstaat Chihuahua) gegründet, gilt als gefährlich und rücksichtslos. Auf ihr Konto gehen enthauptete und verstümmelte Leichen, die sie öffentlich ablegen, um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Ihr Territorium erstreckt sich in erster Linie im Bundesstaat Chihuahua. Neben Drogenhandel (Schmuggel von Kokain und Marihuana) werden dem Kartell noch Morde, Entführungen und Erpressungen vorgeworfen.
Verbündete: Los Zetas Cartel, Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell), Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell).
Rivalen: Cártel del Golfo (Golf-Kartell), La Familia Michoacana Cartel, Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell). (31)


  • Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell)

Das früher als „La Alianza de Sangre“ (Blut Allianz) bekannte Sinaloa-Kartell wurde 1989 in Sinaloa gegründet und steht unter der Führung von Joaquín Guzmán, "El Chapo" genannt, der mächtigste Drogenboss, dem 2001 die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis „Puente Grande“ gelang. Laut des US-Magazins Forbes ist Guzmán mit

Joaquín Guzmán, "El Chapo"
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Joaquín Guzmán, "El Chapo"
seinem Milliardenvermögen einer der reichsten Männer der Welt. Das Sinaloa-Kartell führt um die Kontrolle der Grenzstadt Ciudad Juárez einen erbitterten Kampf gegen das Juárez-Kartell. Im Kampf gegen die „Los Zetas“ verbündete sich das Sinaloa-Kartell Anfang 2010 mit dem „Cártel del Golfo“ (Golf-Kartell) und „La Familia Michoacana Cartel“. Der Krieg zwischen dem Bündnis, „Neues Bündnis 2010“ genannt, und den „Los Zetas“ wird von Experten als Grund für die explodierende Gewalt in Mexiko gesehen. (32),(33) Das Sinaloa Kartell wird vermutlich, so die Experten weiter, mit seinen Verbündeten die dominante Größe der organisierten Kriminalität in ganz Mexiko werden. Im Kampf gegen die Los Zetas wurden auch Maras rekrutiert.

Das Sinaloa-Kartell handelt mit Marihuana, Kokain und synthetischen Drogen. Neben Drogenhandel wird dem Sinaloa Kartell noch Mord, Waffenhandel, Geldwäsche, Entführungen und Erpressungen angelastet.
Das Territorium des Sinaloa-Kartells umfasst Sinaloa, Sonora, Coahuila, Michoacán, Chihuahua, Nayarit, Tlaxcala, Morelos, Baja California, Hidalgo, Durango, Guanajuato, Querétaro, Zacatecas, Guerrero, Oaxaca, Chiapas, Jalisco, Puebla, Estado de México und Distrito Federal.
Verbündete: Cártel del Golfo (Golf-Kartell) und La Familia Michoacana Cartel.
Rivalen: Los Zetas Cartel, Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell), Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell), Cártel de Juárez (Juárez-Kartell). (34)


  • Cártel del Golfo (Golf-Kartell)

Die einst mächtigste kriminelle Organisation Mexikos, wurde in den 1970er Jahren in Matamoros (Bundesstaat Tamaulipas gegründet. Sie war eine zeitlang mit den „Los Zetas“ verbündet und wurde nach deren Abspaltung ihr erbitterter Gegner. Im Kampf gegen die „Los Zetas“ verbündete sich das Golf-Kartell Anfang 2010 mit dem Sinaloa-Kartell und „La Familia Michoacana Cartel“. Neben dem Drogengeschäft (Kokain, Heroin, Marihuana und Methamphetamin, kurz Crystal genannt) kontrolliert das Golf-Kartell auch einen Teil des Waffen- und Menschenschmuggel. Dazu kommen außerdem noch Mord, Geldwäsche, Erpressung und Entführungen. Ihr Territorium befindet sich vorwiegend in Tamaulipas, Nuevo Leon und Michoacán.
Verbündete: Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell) und La Familia Michoacana Cartel.
Rivalen: Los Zetas Cartel, Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell), Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell), Cártel de Juárez (Juárez-Kartell). (35)


  • La Familia Michoacana Cartel

Eine relativ neue und gewalttätige Gruppe, die 2006 im Bundesstaat Michoacán entstanden ist, nachdem sie sich als Zweig der Los Zetas vom Golf-Kartell abspaltete. Die Gruppe, die sich selbst als Verteidiger der Gesellschaft von Michoacán sieht, unterscheidet sich von anderen Kartellen durch eine pseudoreligiöse Ideologie und rechtfertigt ihre kriminellen Handlungen als „göttliche Gerechtigkeit“. Bekannt wurde La Familia, als Mitglieder 2006 fünf abgetrennte Köpfe auf die Tanzfläche einer Diskothek in Uruapan warfen. Auf einer beigefügten Botschaft war zu lesen, dass nur der stirbt, wer sterben muss. (36) La Familia kontrolliert die Herstellung und Verbreitung von Drogen in Michoacán. Nach Angaben der US-Sicherheitsbehörden schmuggelt sie zudem große Mengen der synthetischen Droge Methamphetamin und Kokain in die Vereinigten Staaten. (37). Daneben ist sie verantwortlich für Erpressung, Mord, Produktpiraterie, Geldwäsche, Waffenhandel und Entführungen. Außerhalb von Michoacán erstreckt sich ihr Einfluss in Mexiko noch in den Bundesstaaten: Colima, Guerrero, Estado de México, Guanajuato, Nuevo Leon, Baja California, Sinaloa, Hidalgo, Jalisco.
Verbündete: Cartel de Sinaloa (Sinaloa-Kartell) und Cártel del Golfo (Golf-Kartell)
Rivalen: Los Zetas Cartel, Cártel de Tijuana (Tijuana-Kartell), Cártel de los Beltrán Leyva (Beltrán-Leyva Kartell), Cártel de Juárez (Juárez-Kartell). (38)

Opferzahlen

Nach Angaben der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. sterben in Mexiko alle 24 Stunden durchschnittlich 29 Menschen im Umfeld des „Drogenkrieges, vier von fünf Toten sind zwischen 15 und 39 Jahren alt. (26)

Am 12.Januar 2011 gab Alejandro Poiré, sicherheitspolitischer Sprecher der Regierung Felipe Calderón, auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Mexiko-Stadt bekannt, dass im Jahre 2010 bei Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen untereinander und mit Sicherheitskräften 15.273 Menschen (4) getötet wurden. Dies sei die bisher höchste Anzahl an Toten seit Beginn der Offensive gegen die Drogenkartelle.

Im ersten Quartal 2010: 3.334 Menschen
Im zweiten Quartal 2010: 4.107 Menschen
Im dritten Quartal 2010: 4.142 Menschen
Im vierten Quartal 2010: 3.690 Menschen
(5)

Damit sind seit Dezember 2006, als Präsident Felipe Calderón den Drogenkartellen und der organisierten Kriminalität den Kampf angesagt hat, bis Ende 2010 insgesamt 34.612 Menschen (6) getötet worden.

Laut Alejandro Poiré konzentrierten sich 50 Prozent der Morde im Jahre 2010 in drei Bundesstaaten:

In dem an der Grenze zu den USA gelegenen Bundesstaat Chihuahua war 2010 ein Anstieg der Todesfälle von nahezu 1.800 Prozent zu verzeichnen. Während im Jahr 2007 die Rate der Todesfälle bei 244 lag, stieg sie 2010 auf 4.427 Opfer. (8)

In Ciudad Juárez, Hauptstadt des Bundesstaates Chihuahua und Grenzstadt nach El Paso (Texas, USA), wurden seit Dezember 2006 bis Ende 2010 insgesamt 6.437 Menschen (9) im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg getötet. Im Vergleich dazu wurden im selben Zeitraum im Bundesstaat Tlaxcala 13 Menschen und im Bundesstaat Yucatán 26 Menschen getötet.

Bei den getöteten Opfern handelt es sich laut Regierungsangaben zu 89 Prozent um Mitglieder rivalisierender Banden. (10)
Landesweit wurden etwa 2000 Militärangehörige, Polizisten, Justizangehörige und Politiker, darunter 13 Bürgermeister, getötet. (17),(25)


Zivilisten

Nach Angaben der Nationalen Kommission der Menschenrechte (spanisch: La Comisión Nacional de los Derechos Humanos, CNDH) wurden 109 unbeteiligte Zivilisten im Jahre 2010 getötet. Sie starben bei Polizeiaktionen gegen das organisierte Verbrechen in den Bundesstaaten Tamaulipas, Chihuahua, Coahuila, Guerrero, Morelos, Sinaloa und Baja California. (11)

Massenord:
Im August 2010 wurden 72 illegale Migranten (58 Männer und 14 Frauen) aus Mittel- und Südamerika auf ihrem Weg in die USA von einer Drogenbande im nordmexikanischen Bundestaat Tamaulipas ermordet, nachdem sie sich geweigert hatten für ein Drogenkartell zu arbeiten. (16)

Journalisten

Journalisten geraten immer wieder ins Visier der Drogenkartelle und für die Medien wird es zunehmend gefährlicher über den Drogenkrieg zu berichten. Die Drogenkartelle, die eine gezielte Informationspolitik betreiben (18), verfolgen, bedrohen, entführen, foltern oder/und töten Medienvertreter, die nicht in ihr Konzept passen. Reporter ohne Grenzen hat in ihrer Jahresbilanz 2010 (19) festgehalten, dass Medienmitarbeiter immer seltener brisante Themen wie Drogenhandel und –gewalt aufgreifen, um das Risiko für Leib und Leben gering zu halten. Einer Auswertung der in Genf ansässigen Nichtregierungsorganisation Press Emblem Campaign (PEC) zufolge, wurden 2010 in Mexiko 14 Journalisten getötet. (20) Reporter ohne Grenzen gibt die Zahl der getöteten Journalisten mit sieben an. (21),(22)
Beide Organisationen stimmen jedoch darin überein, das Mexiko eines der gefährlichsten Länder in Lateinamerika für die Pressefreiheit ist, und nach Pakistan (11 Tote laut RoG/ 14 Tote laut PEC) einer der tödlichsten Orte in der Welt für Journalisten. Die schwere Behinderung der Pressefreiheit erzeugt Besorgnis bei den Vereinten Nationen (UNO) und der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS). (24)

Kinder und Jugendliche

Dezember 2006 bis März 2009
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums (Sedena) (12) wurden im Drogenkrieg von Dezember 2006 bis März 2009 insgesamt 610 Kinder getötet und mindestens 3.700 Kinder wurden zu Waisen. Das Alter der getöteten Kinder lag zwischen 2 Monaten und 16 Jahre. Von den 610 Kindern gerieten 110 Opfer ins Kreuzfeuer rivalisierender Banden und von Sicherheitskräften der Regierung. 73 Kinder kamen bei Anschlägen auf ihre Familien ums Leben. 427 Kinder, die laut Angaben des Verteidigungsministeriums in Diensten der organisierten Kriminalität standen, (13) wurden bei Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Banden getötet. 120 Kinder wurden anonym beerdigt, da sie niemand vermisste.

Dezember 2006-März 2010
Nach Angaben des Netzwerks für die Rechte der Kinder in Mexiko (spanisch: Red por los Derechos de la Infancia en México) (14) wurden 900 Kinder unter 17 Jahren in der Zeit von Dezember 2006-März 2010 im Drogenkrieg getötet wurden. Ein erhöhter Anstieg dieser Todesfälle erfolgte in den Bundesstaaten Baja California, Chihuahua, Durango und Sinaloa.

Rekrutierte Kinder Rekrutierte Kinder werden von den Drogenkartellen für alle Arten von Verbrechen eingesetzt, wie zum Beispiel: Erpresser, Wachposten, Geldeintreiber, Drogenzusteller, Auftragsmörder, Vorposten in bewaffneten Aktionen gegen Mitglieder anderen Gruppen oder Spione für rivalisierende Gangs. Bei einer Festnahme fallen sie unter die Jugendgerichtsbarkeit und können selbst bei Mord nach wenigen Jahren die Freiheit zurückerlangen. (15). Rekrutiert werden diese Kinder und Jugendliche vorwiegend in Regionen mit extremer Armut oder unter Straßenkindern. Lockmittel sind Zugang zu Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Schutz. Im Anschluss werden sie im Umgang mit Waffen geschult.

Drogenhandel

Begünstigt durch die geographische Nähe zu den USA werden mittlerweile über die 3.141 km lange Nordgrenze ca. 90 Prozent des in den USA konsumierten Kokains, sowie Tausende Tonnen Heroin, Marihuana und Methamphetamine geschmuggelt. Der Gesamtwert beläuft sich Schätzungen zufolge auf etwa zwischen 35 und 40 Milliarden US-Dollar, (43), (44) womit dies nach der nationalen Erdölproduktion die zweitwichtigste Einkommensquelle Mexikos darstellen würde. (45)

Mehr...

Geschichte

Präsidentschaft von Felipe Calderón

Auslieferungen an die USA

2000-2007
Im Jahr 2006 wurden unter der Präsidentschaft von Vicente Fox insgesamt 63 Verdächtigte an die USA ausgeliefert (41 Personen im Jahre 2005; 34 im Jahre 2004; 31 im Jahre 2003; 25 im Jahre 2002; 17 im Jahre 2001 und 12 im Jahre 2000). Darunter war auch der mutmassliche Drogenboss Francisco Rafael Arellano Félix, dessen Gruppe von Tijuana aus agierte. Der darauf folgende Präsident Felipe Calderón kündigte eine intensivere grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den USA bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität an. Als ein Beleg dafür wurde die Auslieferung von 15 Drogenbossen, u.a. Osiel Cárdenas, am 21.1.2007 an die USA gewertet. Mit Cárdenas wurden unter anderem die Brüder Ismael und Gilberto Higuera Guerrero, die auch der Arellano-Felix-Bande angehörten, sowie Hector "El Güero" Palma Salazar, ein früherer Anführer des "Sinaloa-Kartells" von Joaquin "El Chapo" Guzmán, und Ismael Higuera El Mabel der US-Justiz übergeben.

2009
Zehn mutmaßliche Drogenhändler wurden von Mexikoim Januar 2009 an die USA ausgeliefert. Unter den Ausgelieferten befand sich unter anderem der Kolumbianer Juan de Diós Espinosa, genannt „der Tiger“, der als wichtigster Verbindungsmann zwischen den Drogen-Kartellen in Mexiko und Kolumbien gilt.

Narcocorridos

Die Bedeutung der Drogen-Kartelle hat auch Einfluss auf die Musik Mexikos. Die sogenannten Narcocorridos] verherrlichen Verhalten und Einsatz der Drogendealer und -bosse. In den Medien wird die Gewaltspirale auch mit dem Wort "narcoviolencia" bezeichnet.

Humaya-Friedhof von Culiacán

Quellenverzeichnis

  • (1); (3) Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung: Conflict Barometer[1]
  • (2): Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung: Conflict Barometer, Seite 88[2]
  • (4); (5); (6); (7): Presdencia de la República: Dr. Alejandro Poiré: Presentación de la Base de Datos de Presuntos Homicidios Relacionados con la Delincuencia Organizada (12.Januar 2011)[3]
  • (8); (9): BBC: Crunching numbers in Mexico's drug conflict: 14 January 2011 Last updated at 18:52 GMT [4]
  • (10): Blickpunkt Lateinamerika: 15.273 Tote in 365 Tagen Drogenkrieg. 14.1.2011[5]
  • (11) El Universal: CNDH: combate a narco deja 109 muertes de civiles en 2010. Alerta de aumento en quejas contra la Marina de México.Viernes 07 de enero de 2011Miguel Ángel Sosa .[6]
  • (12), (13): La Jornada: Han muerto 610 niños en las guerras por la droga:Sedena Domingo 12 de abril de 2009[7]
  • (14) El Universal: Suman 900 niños muertos por lucha antinarco. Lunes 07 de junio de 2010.Ruth Rodríguez [8]
  • (15) La Jornada: La cifra, desde el sexenio de Fox a febrero de 2010. Han muerto 1,326 menores en guerra contra elnarco: Sedena Domingo 28 de marzo de 2010.[9]
  • (16) N-TV:Drogenbande tötet 72 Einwanderer. Donnerstag, 26. August 2010[10]
  • (17):n-TV: Blutigstes Jahr in MexikoDrogenkrieg fordert 12.000 Opfer. Sonntag, 02. Januar 2011. [11]
  • (18): AG-Friedensforschung: Medien im Visier.Mexikos Journalisten sind im Drogenkrieg zwischen die Fronten geraten. Präsident Calderón muß Scheitern eingestehen [12]
  • (19): Die Reporter ohne Grenzen-Jahresbilanz 2010 30. Dezember 2010[13]
  • (20): PEC: 105 Journalisten dieses Jahr bei der Arbeit getötet (DPA)[14]
  • (21): Reporters without borders: 2010 : 57 journalists killed[15]
  • (22)Reporter ohne Grenzen: ROG-Bilanz 2010: 57 Journalisten in 25 Ländern getötet / Zahl der entführten Medienmitarbeiter gestiegen[16]
  • (23)Reporters without borders:Trainee become 11th journalist to be murdered this year in Mexico. Published on Friday 17 September 2010[17]
  • (24)Tagesschau: Drogenkrieg bedroht Pressefreiheit in Mexiko Mittwoch, 25. August 2010[18]
  • (25), (26)Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. :Erfolgreiche Strategie gesucht MEXIKO DEBATTIERT „DROGENKRIEG“ 16. August 2010 [19]
  • (26): CNN: Drug Wars: The next generation.Posted: August 5th, 2009 [20]
  • (27), (28), (29). (31), (34), (35), (38): GOOD: Transparency: Who's Who in the Mexican Drug Wars [21]
  • (30) Mexico's Drug War:An ongoing analysis of southwest border violence issues by an experienced intelligence professional.[22]
  • (32)CNS News: U.S. Intelligence Says Sinaloa Cartel Has Won Battle for Ciudad Juarez Drug Routes. Friday, April 09, 2010 [23]
  • (33)Spiegel-Online: 06.01.2011 US-Bericht: Sinaloa wird Mexikos mächtigstes Drogenkartell[24]
  • (36): Borderland Beat:La Familia Michoacana: Mexico says cartel 'in retreat'.Wednesday, January 26, 2011 [25]
  • (37): Tagesschau: Polizei erschießt Anführer von "La Familia". 11.12.2010[26]
  • (39):Diario de Yucatan: Es necesaria una reforma política para luchar contra cartels. Publicada: 8 diciembre 2010 04:18[27]
  • (40): CNN: Mexico sees hope among drug violence. February 09, 2011[28]
  • (41)The Washington times: EXCLUSIVE: 100,000 foot soldiers in Mexican cartels[29]
  • (42)Borderand Beat: 100,000 foot soldiers in Mexican cartels[30]
  • (43) Tagesschau.de: Drogenkrieg in Norden Mexikos: "Amerikanischer Drogenhunger befeuert den Krieg" vom 12.08.2010 [31]
  • (44), (45) Blätter für deutsche und internationale Politik: Mexiko: Drogenkrieg und Demokratieverfall[32]


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