Gesellschaft

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Bevölkerung

Mexiko hat 103,1 Millionen Einwohner gemäß den Angaben des II Conteo de la Población y Vivienda 2005 des INEGI. 52 Millionen sind weiblichen, 50 Millionen männlichen Geschlechts. Die Bevölkerung wächst um ein Prozent, etwa 980.000 Menschen, pro Jahr. ([1]). Andere Quellen wie das CIA Worldfactbook gehen von geschätzten 106 Millionen E. aus ([2]).

Die jährliche Zuwachsrate liegt bei 1,17 Prozent (Worldfactbook, Stand 2005, andere Angaben: 1,96 Prozent). Die mexikanische Bevölkerung setzt sich (Stand 2006) vorwiegend aus Mestizen, die etwa 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen, ca. 30 Prozent Indígenas und mit ihnen verwandte Einwohner (nach anderen Angaben nur 10-12 Millionen Einwohner, also 10-11 Prozent) und ca. 9 Prozent Weißen (andere Angaben: 4-5 Millionen), Schwarzen und Asiaten (Worldfactbook) zusammen. Daneben gibt es die Gruppe ausländischer Staatsbürger, vorwiegend US-Bürger. Sie stellt eine Gruppe von etwa 500.000 Menschen dar.

Die indigene Bevölkerung wird gewöhnlich in einer Abgrenzung zu den Mestizen gesehen und lebt am Rande der mexikanischen Gesellschaft. Octavio Paz hat dies mit dem Satz beschrieben: “Mexiko verherrlicht seine indianische Vergangenheit, aber verachtet seine lebenden Indios.“ Ein großer Anteil der indigenen Bevölkerung lebt in den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Veracruz, Yucatán und Puebla. Viele von ihnen (ca. 10 Prozent) sprechen kein Spanisch und benutzen die erhaltenen indigenen Sprachen.

Mexikos Gesellschaft zeichnet sich durch ein starkes soziales Gefälle aus, welches sich in gesundheitlichen Indikatoren und starken Einkommens- und Bildungsunterschieden ausdrückt. 10 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Unter der indigenen Bevölkerung steigt der Anteil der Analphabeten auf 40 Prozent, bei den Frauen auf 70 Prozent.

Stadt

Der Großteil der mexikanischen Bevölkerung, ca. zwei Drittel, lebt in den großen Städten.

Mexiko-Stadt

Zum Beispiel wohnt rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes in der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen auf dem Land ziehen immer mehr Menschen in die großen Städte. In den letzten 20 Jahren konnte allein in Mexiko-Stadt eine Zunahme von rund 10 Millionen Menschen verzeichnet werden. 65 Prozent der Einwohner von Mexiko-Stadt leben unterhalb der Armutsgrenze. Zu dieser Gruppe gehören sowohl Arbeiter mit einem festen Arbeitsvertrag und gesetzlichen Mindestlohn wie auch die große Mehrheit von Tagelöhnern, Gelegenheitsarbeitern, Straßenverkäufern, stundenweise Aushilfskräfte, Haushaltshilfen (Muchachas)und Dienstpersonal. 20 Prozent der Einwohner von Mexiko-Stadt zählen zum klassischen Mittelstand. Darunter fallen Ladenbesitzer, Facharbeiter, Staatsbedienstete und Intellektuelle. Zu der Oberschicht von Mexiko-Stadt gehört nur eine kleine Elite, die an den Schalthebeln der politischen und wirtschaftlichen Macht sitzt.

Ein großer Anteil der städtischen Bevölkerung von Mexiko-Stadt kann sich auf Grund ihrer wirtschaftlichen und sozialen Not nur armselige und winzige Wohnungen leisten und oft müssen sich bis zu 12 Personen in einer Familie nur zwei vorhandene Zimmer teilen (siehe hierzu: Vecindades). Ebenfalls sehr hoch ist der Anteil der Einwohner (ca. 2,7 Millionen) in den „Colonias populares“ (Volksviertel), oder auch im Volksmund „Ciudades perdidas“ (verlorene Städte) genannt. Die Häuser in den „Colonias populares“ bestehen aus im Selbstbau zusammengesetzten Hütten, zu deren Bau Blechkanister, Abfallholz, Lehm und Steine verwandt wurden. Diese „Volksviertel“ dehnen sich von Jahr zu Jahr immer mehr in die Außenbezirke und an den Ausfallstraßen aus.

Außer in den „Ciudades perdidas“ wohnen die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten noch in "Cuartos de azotea". Hinweis: Bilder und eine Beschreibung dieser "Cuartos de azotea" und der dort lebenden Menschen sind zu sehen auf der Homepage des Vereins „amigos de los niños“ (Hilfsprojekte für Kinder in Mexiko-Stadt). Neben den „Colonias populares“ (auch: „Ciudades perdidas“) und den „Cuartos de azotea“ gibt es noch die „Colonias paracaidistas“. Die „Colonias paracaidistas“ sind Hüttenviertel, die sich zum Beispiel innerhalb des Ballungsraums von Mexiko-Stadt in der Nachbarstadt Ciudad Nezahualcóyotl befinden. Entstanden ist Nezahualcóyotl, eine 2 Millionen-Stadt und zugleich ärmste Stadt Mexikos, aus einem großen Müllberg und den Menschen, die von diesem Müll lebten und leben. Die Müllhalden von Mexiko-Stadt befinden sich unter anderem direkt vor den Toren der Stadt Nezahualcóyotl und auf den Müllhalden selbst leben auch heute noch ca. 20 Familien.

Land

Ein Drittel der mexikanischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Aufgrund dessen, dass nur rund ein Drittel der Campesinos (Bauern) über einen Pflug oder Zugtiere verfügen und durchschnittlich eine achtköpfige Familie ernähren müssen, erwirtschaften rund 80 Prozent aller bäuerlicher Betriebe nur 15 Prozent der gesamten Agrarproduktion und stellen somit in erster Linie Selbstversorger dar. Hauptanbaugebiete sind die südliche Hochebene, die anschließenden Randgebirge des Hochlandes, sowie die Küstengebiete am Pazifischen Ozean und am Golf von Mexiko. Die landwirtschaftlichen Produkte sowie ihre handwerklichen Artikel, wie zum Beispiel Töpferwaren oder bestickte Tücher, verkaufen die Bauern auf den lokalen Märkten in den Dörfern, wobei diese Märkte zugleich auch die Funktion des wirtschaftlichen und sozialen Mittelpunktes bilden. Marktverkauf ist in erster Linie Sache der Frauen. Es ist keine Seltenheit, dass manche Frauen eine Wegstrecke von bis zu 20km zu Fuß zurücklegen müssen, um diese Märkte zu erreichen. Nach der Landreform haben sich zwar die Verhältnisse der bis zur Revolution von 1910 rechtlosen Landbevölkerung verbessert, der Lebensstandard der Campesinos (Bauern) und Peones (Pächter) kann jedoch auch weiterhin nur als sehr bescheiden bezeichnet werden. Zum normalen Besitz eines Bauern gehört ein Stückchen Land, ein hüttenähnliches Haus, ein Schwein und ein paar Hühner.

Sprache

Amtssprache in Mexiko ist spanisch. Daneben gibt es, offiziellen Zahlen zufolge, 56 Indígena -Gruppen mit 62 Sprachen und Dialekten. Die wichtigsten sind Náhuatl, Maya und Mixteco. Diese Sprachen sind vor allem in den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas, Veracruz, Yucatán und Puebla verbreitet.

Siehe hierzu: Sprache

Ethnische Gruppen

Offiziellen Zahlen zufolge gibt es in Mexiko 56 Indígena-Gruppen mit 62 Sprachen. Der Großteil der indigenen Bevölkerung konzentriert sich auf die Bundesstaaten Zentralmexikos, vor allem aber im Süden und Südosten des Landes. Die Bundesstaaten mit den höchsten Anteilen indigener Bevölkerung sind: Yucatán (53,6 Prozent), Oaxaca (43,7 Prozent) und Quintana Roo (42,5 Prozent)

Siehe hierzu: Indigene Bevölkerungsgruppe

Bildung und Schulwesen

Mexiko verfügt derzeit (Stand 2004) über insgesamt 198,200 staatliche und 32,800 private Schulen, Hochschulen und Fachschulen verschiedenster Art. 1970 waren es nur etwa mehr als 50.000 staatliche und private Einrichtungen. Der Alphabetisierungsgrad liegt offiziell bei 92 Prozent. Der Anteil der Ausgaben für Bildung und Schulwesen liegt bei 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukt.

Siehe hierzu: Bildung und Schulwesen

Gesundheitsversorgung

Mexiko hat in den letzten Jahren sein Gesundheitswesen verbessert. Die städtische Bevölkerung hat zu 80 Prozent und die ländliche Bevölkerung zu ca. 60 Prozent Zugang zum Gesundheitswesen. Allerdings geht das staatliche Sozialversicherungs-Institut (Instituto Mexicano del Seguro Social, kurz: IMSS) davon aus, dass rund 10 Millionen Mexikaner nicht von der Gesundheitspolitik erfasst werden.

Siehe hierzu: Gesundheitsversorgung

Religion

Ungefähr 87 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 7,5 Prozent Protestanten. Sonstige Religionen: Mormonen, Zeugen Jehova und weitere. Seit der Verfassung von 1857 und damit zusammenhängenden Antikirchengesetzen gibt es eine strikte Trennung von Kirche und Staat, die in der Verfassung von 1917 nochmals bekräftigt wurde. 1988 wurden die Verfassungsbestimmungen teilweise reformiert, die Trennung gilt aber weiterhin.

Siehe hierzu auch: Kirche

Kultur

Die mexikanische Kultur ist geprägt durch eine Verbindung von indigenen und europäischen (insbesondere spanische) Elementen. In den letzten Jahrzehnten kommen hierzu auch noch Einflüsse aus den USA. Während der Kolonialzeit und im ersten Jahrhundert der Unabhängigkeit wurde die mexikanische Kultur unmittelbar von Spanien geprägt. Seit der Revolution von 1910 entwickelte sie zunehmend eine eigene Dynamik. Mexikanische Literatur, bildende Kunst und Musik genießen heute internationale Anerkennung.

Siehe hierzu: Kultur

Die Familie

siehe hierzu: Familie

Machismus

siehe hierzu: Machismus

Marianismus

siehe hierzu: Marianismus


Datenquellen:

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